24. November 2012 16:04 Zwist in der Bayern-SPD Adam und Pronold sagen "Ja" zum Waffenstillstand

Das mit den "Ja-Sagern und Speichelleckern" soll nicht wieder vorkommen: Vor einer Woche hatte der junge Sozialdemokrat Adam noch gegen Landeschef Pronold gewettert. Nun trafen sich die Politiker zur Aussprache.

Beim Friedens-Treffen in Plattling am Samstag gab es wahrscheinlich weniger zu lachen: 2011 feierten Michael Adam (rechts) und der Landesvorsitzende der bayerischen SPD, Florian Pronold, noch Wahlerfolge in Regen. 

(Foto: dapd)

Der Querulant will zumindest seinen Tonfall ändern. Vor einer Woche noch hatte der bayerische Sozialdemokrat Michael Adam gegen Landeschef Florian Pronold auf Facebook gewettert, "nur Ja-Sager und Speichellecker" seien in Pronolds Parteizentrale erwünscht. Bei einem Treffen in Plattling haben sich die beiden Politiker nun ausgesprochen. Offenbar bemühte sich Adam dabei um etwas Frieden und kündigte an, künftig auf derartige persönliche Attacken verzichten.

An seiner inhaltlichen Kritik hält Adam jedoch fest - sie müsse noch weiter parteiintern diskutiert werden, gaben beide bekannt. Adam kündigte außerdem erwartungsgemäß an, sich vorzeitig vom niederbayerischen Bezirksvorsitz zurückzuziehen. Der 27-Jährige galt bislang als großer Hoffnungsträger der Bayern-SPD, weil er mitten in dem von der CSU geprägten Ostbayern kommunalpolitische Erfolge feiern konnte.

Vor einer Woche dann hatte er den Landeschef auf Facebook attackiert und unter anderem verbreitet, Pronold habe versucht, fähige Leute "möglichst klein zu halten" und ihn mit Blick auf den Landtagswahlkampf als "Ballast" bezeichnet. Offenbar lies Adam sich zu den Verbalattacken hinreißen, weil seine Juso-Wunschkandidatin bei der Aufstellung der niederbayerischen SPD-Bundestagskandidatenliste nicht so weit vorn landete wie er es wollte.

Ein "offenes und ehrliches Gespräch"

In einer gemeinsamen Erklärung teilten beide Politiker nun mit, sie hätten zweieinhalb Stunden lang ein "offenes und ehrliches Gespräch" geführt. Adam machte deutlich, dass die persönlichen Vorwürfe gegen Pronold zum damaligen Zeitpunkt "seinem Denken entsprachen". Nach der Aussprache halte er sie "für die Zukunft jedoch nicht mehr aufrecht".

Pronold erklärte, dass er damit für die Zukunft wieder die Basis für eine gemeinsame Zusammenarbeit sehe. Adam will sich jedoch zunächst ganz auf seine Tätigkeit als Landrat von Regen konzentrieren und gibt dafür den niederbayerischen SPD-Vorsitz vorzeitig ab. Der für das Frühjahr 2013 angesetzte Parteitag des Bezirksverbands werde deshalb auf Anfang Februar vorgezogen, hieß es.

Bereits in dem inzwischen gelöschten Facebook-Eintrag hatte Adam geschrieben, er sehne den Tag herbei, an dem er den SPD-Bezirksvorsitz abgeben dürfe, den er erst im vergangenen Jahr übernommen hatte. Pronold hatte auf Adams Kritik in dem sozialen Netzwerk mit Verwunderung reagiert: "Über Inhalt und Form bin ich überrascht. Michael Adam hat mir das zuvor nie auch nur angedeutet."