Von Stefan Grundhoff

Nicht der Touareg ist die interessanteste VW-Neuvorstellung des Frühlings. Mit dem Amarok betritt der Weltkonzern automobiles Neuland.

Volkswagen will weltweit die Nummer eins werden - so schnell wie möglich. Die Produktionsprobleme bei Toyota kommen den aufstrebenden Wolfsburgern dabei gerade recht. Der neue VW Touareg ist wichtig; doch noch interessanter ist der Amarok. Denn mit einem Pick-up kann VW auf Märkten angreifen, wo man bisher mit den Schultern zucken musste. Denn Pick-ups, in Deutschland mit jährlichen Neuzulassungen von weniger als 10.000 Fahrzeugen wenig beachtet, sind wahre Bestseller in Regionen von Südamerika, Asien, Afrika und Nordamerika.

VW Amarok

VW greift Toyota und andere Hersteller auf ungewohntem Terrain an: mit dem eigenen Pick-up Amarok (© Foto: oh)

Anzeige

Abgesehen von einem gemeinsamen Projekt mit Toyota in den neunziger Jahren hat VW dieses Segment bisher komplett ausgespart. "An uns wurde schon seit Jahren der Wunsch herangetragen, einen Pick-up zu bauen", erzählt Wolfgang Schreiber, Markenvorstand und Leiter der VW-Nutzfahrzeuge , "vor fünf Jahren haben wir uns entschieden, ein solches Fahrzeug komplett neu zu entwickeln."

Schritt Nummer eins: die genaue Prüfung der internationalen Platzhirsche. "Natürlich haben wir uns als erstes Fahrzeuge von Mitsubishi, Nissan und Toyota genau angesehen", so Schreiber, "die haben weltweit die meiste Erfahrung. Schließlich muss man die wesentlichen Dinge richtig machen. Sonst geht das Ganze in die Hose." Das könne man sich auf den umkämpften Märkten kaum erlauben.

Der Plan, Teile des Edel-SUV VW Touareg in einen Pick-up zu übertragen, wurden schnell verworfen - viel zu teuer. Schließlich sind die geländegängigen Lastesel nicht nur aufgrund ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten beliebt, sondern auch wegen ihrer günstigen Preise.

Leser empfehlen