Toyota Auris Aus für die graue Maus

Die erste Generation des Auris war ein Flop. Sie scheiterte an ihrer Mittelmäßigkeit. Die zweite Baureihe setzt nicht mehr auf den harmonischen Charakter des Vorgängers: Sie ist scharf gezeichnet und soll sportlich sein. Ihr technisches Alleinstellungsmerkmal ist der Hybrid-Antrieb.

Von Michael Specht

Rrichtig glücklich ist Toyota mit dem Auris bislang nicht. Dabei hatte das Vorgänger-Modell, der zig millionenfach verkaufte Corolla, die Latte so richtig hoch gelegt. Für die Einführung des neuen Auris samt ungewohntem Namen startete Toyota 2007 eine nie dagewesene Plakataktion in Deutschland. Genützt hat der ganze Aufwand wenig. Schuld war die Mittelmäßigkeit des neuen Modells. Das Design brav, das Image bieder. 2012 verkaufte Toyota weniger Auris als Kia vom Cee'd und Hyundai vom i30. Da sollten eigentlich die Alarmglocken klingeln.

Mit der zweiten Generation soll nun alles besser werden. Der Auris wurde komplett neu aufgelegt, er ist flacher, etwas länger (nicht im Radstand) und deutlich markanter gezeichnet. Dynamischer, wie es im Werberdeutsch gerne heißt. Unruhiger, müsste man eher sagen. Besonders die Heckpartie wirkt betont modisch. Ob das ankommt, wird sich zeigen.

Der neue Auris will sportlicher sein

Weil alles sportlicher sein will, fällt man jetzt beim Einsteigen spürbar tiefer als zuvor. Ältere Kunden, und davon hat Toyota reichlich, dürften davon nicht gerade begeistert sein. Ein niedriger Schwerpunkt und mehr Fahrdynamik aber waren den Entwicklern wichtiger. Also blieb auch innen kein Stein auf dem anderen. Das Cockpit ist klassisch gestaltet und funktional durchdacht. Das heißt: gut abzulesende Rundinstrumente, Display und Schalter zentral am Armaturenbrett. Auch Toyota-Neueinsteiger kommen intuitiv gut zurecht. Schnickschnack und Schnörkel sind nicht Stil von Toyota. Man gab sich besondere Mühe mit der Qualität, aber wenn man ehrlich ist, sind Kia und Hyundai da nicht schlechter, der Golf immer noch eine ganze Klasse besser. Das gilt auch für die Spaltmaße im Karosseriebereich.

Ansonsten sprechen die inneren Werte für unaufgeregte Tauglichkeit. Das Platzangebot ist ordentlich, die Sitzposition auch. Und wer hinten sitzen muss als Erwachsener hat wenig Grund zu klagen. Der Rest ist Routine - die 360 Liter Stauraum fürs Gepäck sind solider Durchschnitt, und dass sich die Rücksitzlehnen umlegen lassen und eine halbwegs ebene Ladefläche schaffen, wenn der variable Boden (Aufpreis) in der oberen Position arretiert wird, ist heute keine Sensation mehr.