Die Zahl der Verkehrsstaus ist 2010 drastisch gestiegen. An welchen Tagen und in welchen Bundesländern die Autofahrer besonders viel Geduld brauchten.
Wer auf deutschen Autobahnen im vergangenen Jahr zügig vorankommen wollte, musste ein Rekordmaß an Geduld aufbringen: Auf knapp 400.000 Kilometer Länge addierten sich nach Angaben des ADAC die Fahrzeugstaus, 2009 waren es noch rund 350.000 Kilometer gewesen. Insgesamt ereigneten sich 185.000 Staus, gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von 32 Prozent (knapp 140.000).
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Glücklich, wer seinen Autobahn-Trip auf einen Sonntag legen konnte: Laut ADAC-Staudatenbank war das 2010 der Wochentag mit den wenigstens Staus (145 bei einer Gesamtlänge von 420 Kilometern). An Donnerstagen und Freitagen hingegen mussten Autofahrer mehr Zeit einplanen. Im Schnitt registrierte der ADAC zum Wochenende hin jeweils 700 Staus, wobei sich für den Freitag eine Gesamtstaulänge von 1580 Kilometern ergab. Bei den Top 30 der Stauereignisse dominierte der Samstag mit 14 Megastaus, von denen der längste 80 Kilometer maß. Stop-and-Go-Situationen fließen in die Statistik übrigens nicht ein: Von einem Stau spricht der Automobilklub immer dann, wenn Fahrzeuge stillstehen und das auf einer Länge von mindestens drei Kilometern.
Winterwetter verursacht die meisten Staus
Nicht nur die Ferientermine der einzelnen Bundesländer bescherten Autobahnnutzern die größten Verkehrsbehinderungen. Der ADAC hat den Winter als Schuldigen ausgemacht: Der Dezember sei witterungsbedingt der staureichste Monat gewesen, 20.000 Staus mit einer Gesamtlänge von 49.000 Kilometern seien gezählt worden. Auch die sechs staureichsten Tage überhaupt fielen in den Dezember 2010.
Wie bereits in den Vorjahren hatten die Autofahrer in Nordrhein-Westfalen am meisten unter Staus und Wartezeiten zu leiden. 57.000 Staumeldungen wurden im Bundesland mit dem größten Autobahnnetz gezählt, immerhin knapp 35.600 Meldungen kamen aus dem vergleichsweise kleinen Berlin. Der Flächenstaat Bayern landete in dieser Statistik mit 27.700 Staus auf dem dritten Platz.
Zu den Top 20 der Staustrecken in Deutschland gehören Teilstücke der A 100 in Berlin: Zwischen Neukölln und Wilmersdorf, sowie Wedding und Wilmersdorf gab es 2010 die mit weitem Abstand häufigsten Staumeldungen (11.057 beziehungsweise 12.590). Auch wenn der subjektive Eindruck ein anderer sein mag: Vergleichsweise wenig Staus (1761) mussten Autofahrer auf der A 99 zwischen den Kreuzen München-Nord und München-Süd aussitzen.
Die Ursachen für etwa 75 Prozent sieht der ADAC im hohen Verkehrsaufkommen und in Baustellen. Naturgemäß drängt der Automobilklub daher auf einen zügigen Ausbau der besonders überlasteten Strecken. Zumindest in den nächsten Jahren sollten sich genervte Autofahrer noch in Entspannungstechniken üben: Laut ADAC sind von den 2200 Kilometern Autobahn, die laut Bedarfsplan des Bundesverkehrsministeriums zwischen 2001 und 2015 auszubauen sind, bislang lediglich 30 Prozent verwirklicht.
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(sueddeutsche.de/dpa/dd/kar)
Surfrider Beach in Malibu
abhängig von Angebot und Nachfrage,wer irgenwo einsam fährt zahlt 1cent pro km im Stau 30 cent - ist pro Stunde weniger als der 1cent-Zahler weil er im Stau in 1h nicht weit kommt.
Achso, und ich dachte immer zuviele Autos zur gleichen Zeit am gleichen Ort wären der Grund.
Aber wenns der Winter schuld ist, zurücklehnen und abwarten, das wird ihm der Klimawandel schon noch austreiben...
Wir bauen immer mehr und breitere Strassen auf denen immer schnellere Autos immer länger im Stau stehen.
Die Alternative dazu wäre gleich zu Hause zu bleiben. Wäre für alle Beteiligten besser, ausser für den ADAC
Diese Zahlen, die der ADAC da liefert, zeigt doch nur, wie schlecht der ÖPNV und der Schienengüterverkehr organisiert und ausgebaut ist. Autostau = Mangel an ÖPNV = falsche Verkehrspolitik.
Hier wird auch Ursache und Wirkung verwechselt. Schließlich hat sich der Autolobbyist ADAC immer nur für Straßenbau und noch größere Vermehrung des Autoverkehrs eingesetzt.
Sozusagen ist diese Stauzahl die Summe des Erfolges des ADAC!
Auch der ADAC denkt nur an sich. Mehr Autos führt zu mehr Straßen führt zu mehr Mitglieder führt zu mehr Straßen, usw. Ein System, das nicht aufgeht. Irgendwo ist einfach Schluß.
Warum soll mehr Steurgelder für Straßenbau bezahlen werden, damit der ADAC mehr Mitglieder bekommt?
Genausogut könnte man die Zahlen der Zeit zusammenrechnen, die Fußgänger benötigen, die durch autofreundlichen Ampelschaltungen lange warten müssen. Oder durch große Umwege viel Zeit verlieren.
Das Selbige trift auch auf Radfahreren und bei Benutzern des ÖPNV und der (Güter-) Fernbahn zu.
Wie wäre es mal die Zahlen beim Rüchstau zB. des Schienengüterverkehrs?
Oder der wirtschaftliche Verlust beim Anstehen an der Supermarktkasse? Diese Zahlen sind vermutlich noch beeindruckender und der die wirtschaftlichen Verluste vermutlich sogar höher. Nur die werden ausgeblendet zugunsten des Auto.
Hat in den letzten 50 Jahren der Straßenbau ein Verkehrsproblem gelöst?
Daher ist dieser Bereicht des ADAC eine schöne Aufzählung von netten Zahlen. Sonst nichts. Der Autoverkehr ist Privatverkehr. Der Autoverkehr ist keine öffentliche Daseinsfürsorge, der besonderen staatliche Förderung oder Schutz benötigt.
Wenn der ADAC Staus erst ab 3 km Länge zählt, wie kommen dann die Zahlen zu Stande?
Wer Umwelteingriffe und Milliardenausgaben für den Autobahnausbau fordert, sollte zumindest schlüssige Zahlen vorlegen.
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