Nur zwei Monate nach Freigabe der Autobahn bröckelt die Asphaltdecke weg: Der Ausbau der A 1, das bislang größte Gemeinschaftsprojekt von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft, droht zum Desaster zu werden.
Schwere Unfälle, kilometerlange Staus und genervte Autofahrer: Die A 1 als wichtigste Verkehrsschlagader zwischen Bremen und Hamburg schafft immer neue Negativ-Schlagzeilen. Zu den Dauerbaustellen beim sechsspurigen Ausbau der Autobahn kommen jetzt noch zahlreiche Löcher im neuen Asphalt. Und wie bei den Pfusch-Vorwürfen beim U-Bahn-Bau in Köln und Düsseldorf taucht auch dort der Name eines Mannheimer Baukonzerns auf: Bilfinger Berger.
Erst seit zweieinhalb Monaten freigegeben, schon löst sich die Fahrbahndecke auf - und das bis zu vier Zentimeter tief: die Autobahn A 1 zwischen Hamburg und Bremen (© Foto: ddp)
Anzeige
"Der oberste Belag bröselt einfach weg", beschreibt Heiko Gerken von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Verden die Probleme. "Die Fahrbahndecke löst sich vier Zentimeter tief auf." Zweieinhalb Monate nach der Freigabe wird ein Autobahn-Teilstück bei Bremen damit schon wieder zum Sanierungsfall. Umfang der Schäden, Kosten und Dauer der Reparatur sind bisher nicht abzusehen, heißt es bei den Behörden.
Das Desaster wirft einen Schatten auf das bisher größte Gemeinschaftsprojekt von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft (Public Private Partnership) in der Bundesrepublik: Das Konsortium "A1-mobil" finanziert den Ausbau der 73 Kilometer langen Strecke sowie deren Betrieb und Erhaltung.
Wesentlich beteiligt sind der internationale Baukonzern Bilfinger Berger (Mannheim) und die Bunte-Gruppe (Papenburg). Bilfinger Berger steckt seit Wochen tief im U-Bahn-Bauskandal. Die Bunte-Gruppe hatte sich den Zuschlag für den Bau des Tiefwasserhafens in Wilhelmshaven erklagt und prozessiert derzeit wegen Mehrkosten.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
- Rechnungshof: Rüffel für Tiefensee Finanzfiasko an der Autobahn 15.03.2009
- Verkehrsminister sucht private Investoren Bund gibt 370 Kilometer Autobahn ab 25.06.2008
- Privatsache Autobahn Laster lohnt sich 25.06.2008
- Ausbau: Autobahn A 8 Mit dem Auto über den Chiemsee? 04.03.2010
- Hunde auf der Autobahn Unfallserie auf der A 95 25.10.2010
- Schäftlarn Tödlicher Unfall auf der A 95 19.10.2010
- Streit um Isental-Autobahn Freistaat einigt sich mit Landwirten 14.10.2010
Eigentlich ein Stoff für die Karikaturen/Comics von Herrn Brösel!
Public Privat Partnership! Besser kann die Verknüpfung von Staat und Privat nicht genannt werden. Und wozu? Ja, natürlich zum Verdienen. Um sich Verdienste zu erwerben? Nein zum Sparen!
Nannte man das nicht in Köln so ähnlich wie "Klüngel"?
Um Geld zu sparen, muss man Geld ausgeben. Aber kontrolliert! Doch die Kontrolleure sparen wir ein! Wir wollen ja sparen!
Wenn es nicht so traurig wäre, mit des Schnell- U- und Autobahn würde mancher Bauchschmerzen bekommen vor Lachen und sich die Schenkel vor Begeisterung blutig schlagen.
Wer wohl? Genau, der!...
"Mit Sicherheit haben die politischen Täter und ihre Komplizen in der Privatwirtschaft die Verträge so konstruiert, dass die Allgemeinheit haften muss."
Aber mit Sicherheit!
Mit dem feinen Unterschied, dass altömische Strasse heute noch vorhanden sind. Bei diesen Wegen hier bin ich mir nicht so sicher, was deren Halbwertszeit anbelangt.
Allerdings habe ich die Einstürzenden Neubauten immer gerne gehört, deren Musik war mal anderes ;-) Strassen können ja zum Glück nicht einstürzen, die liegen schon am Boden. Deshalb vermutlich hatte B+B auch keine größeren Probleme erwartet.
Mit Privatisierung wird alles besser!
Da haben wir Sie doch, Westerwendes spätrömische Dekadenz:
Einstüzende Neubauten.
Paging