Von Bernd Dörries

Als erste Stadt in Deutschland zahlt Mannheim eine Fahrrad-Abwrackprämie. Einzige Bedingung: Die alten Räder müssen noch fahrtauglich sein.

Willi Altig hatte eigentlich gedacht, es könne ihn nichts mehr überraschen, was mit Fahrrädern zu tun hat. In den sechziger Jahren fuhr er mit seinem berühmten Bruder Rudi die großen Rennen der Welt. Im Jahr 1969 eröffnete er einen Radladen in Mannheim. Und in diesen Laden kommen nun die Kunden und fragen, wie das denn genau funktioniere mit der Abwrackprämie. Mit der für die Fahrräder. Willi Altig war am Anfang etwas überrascht, mittlerweile kennt er die Richtlinien. Die Stadt Mannheim zahlt - als erste Kommune in Deutschland - eine Abwrackprämie für Fahrräder, 50 Euro für jedes alte Zweirad.

Fahrrad Abwrackprämie Mannheim

Mannheim macht's vor: 50 Euro gibt es für jedes "abgewrackte" Rad. (© Foto: Stadt Mannheim)

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Etwa 20 Kunden haben bei Altig in den vergangenen Tagen nach dem städtischen Zuschuss gefragt. Eigentlich sollte die Prämie nur für einhundert Räder gelten, Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) will sie je nach Nachfrage auch auf 200 aufstocken. Vom 2. Mai an zahlt die Stadt für alte Fahrräder, die bei der Rückgabe noch einigermaßen fahrtauglich sein müssen. Eine Beschäftigungsinitiative möbelt sie dann auf und verkauft sie weiter. So richtig abgewrackt wird also gar nicht.

Die Idee kommt vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) , der seit Monaten gegen die 2500 Euro Auto-Abwrackprämie protestiert. "Wir wollen auf die autofixierte und verlogene Konjunkturpolitik der Regierung aufmerksam machen", sagt der VCD-Bundesvorsitzende Michael Gehrmann. Über die Homepage des Verbandes kann man einen Antrag an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle verschicken, dessen Mitarbeiter mit den Hunderttausenden Anträgen auf die Abwrackprämie für Autos schon genug zu tun haben.

Seit Mitte Februar kommen nun noch einmal 10.000 Zuschriften von Bürgern dazu, welche die Umweltprämie zum Kauf eines neuen Fahrrades oder von Tickets für den Nahverkehr verlangen. "Bitte schicken Sie mir die notwendigen Unterlagen zu", heißt es in dem Schreiben an das Bundesamt.

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