23. November 2012, 12:35 Rabatte in der kalten Jahreszeit Wie sich beim Fahrradkauf Geld sparen lässt

Wenn es draußen regnet oder schneit, denkt niemand mehr ans Fahrradfahren. Wer sich jedoch ein neues Rad kaufen will, der sollte nicht unbedingt bis zum Frühjahr warten. Gerade jetzt können Kunden viel Geld sparen. Bis zu 30 Prozent Rabatt sind möglich. Doch die Nachlässe bleiben nicht lange so hoch.

Von Sascha Gorhau

Es ist neblig und kalt, bald kommt der Winter. Ans Radeln denkt da kaum einer. "Im gesellschaftlichen Denken geht die Fahrradsaison von Februar bis Oktober," sagt Bettina Cibulski vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC).

Zum Fahrradfahren mag die kalte Jahreszeit mit ihren unwirtlichen Bedingungen vielleicht nicht animieren, doch zum Fahrradkauf ist jetzt die beste Zeit des Jahres. Warum sind die Fahrräder in der kalten Zeit günstiger? "Ein Saisonfahrer nimmt das meist gar nicht wahr, dass es jetzt so viele Schnäppchen im Fahrradladen gibt," sagt Cibulski. Dabei haben die Händler ein großes Interesse, die Fahrräder der vergangenen Saison loszuwerden. "Die Fahrräder, die beim Händler stehen, hat er bereits bezahlt und will sie natürlich vor der neuen Saison zu Geld machen," sagt Tobias Hempelmann vom Verband des deutschen Zweiradhandels (VdZ).

[] Mit welchen Rabatten können Kunden rechnen?

"Zwischen zehn und dreißig Prozent Rabatt ist alles möglich," sagt Bettina Cibulski. Am größten sind die Nachlässe bei Exoten oder Sondermodellen, die beispielsweise spezielle Lackierungen aufweisen. Die sind schwer zu verkaufen, da sie außerhalb des Saisongeschäfts wenig Abnehmer finden. Dauerbrenner und Standardmodelle hingegen, wie beispielsweise das Holland-Rad, sind von Jahr zu Jahr gleich gefragt und deshalb im Preis ziemlich stabil. Auch Fahrräder für spezielle Zielgruppen, teure Rennräder zum Beispiel, sind sehr preisstabil.

[] Lohnt sich das Warten auf vermeintlich höhere Nachlässe im kommenden Frühling?

Über die kalte Jahreszeit werden die Kollektionen des Vorjahres günstiger. Allerdings endet der Preisverfall spätestens im kommenden Frühling. Es ist ein Trugschluss, dass die Auslaufmodelle noch billiger werden, wenn die neue Kollektion beim Händler steht. "Sobald die Sonne scheint, läuft das Geschäft," sagt Tobias Hempelmann. Sonderpreise für Neuware sind dann nicht mehr nötig. Die Ware verkauft sich auch ohne Nachlässe.

[] Welche Nachteile hat der Radkauf zur Winterzeit?

In den warmen Monaten des Jahres ist die Auswahl auf jeden Fall größer. Außerhalb dieser Zeit warten die Händler auf die kommenden Kollektionen und bestellen nicht im großen Stil Neuware. Außerdem steht bei Schmuddelwetter das neue Fahrrad oft erst ein paar Wochen lang in der Garage oder im Keller. Wer sofort losradeln will, muss sich also unter Umständen noch etwas gedulden. Eine Probefahrt bei schlechter Witterung ist teilweise nicht möglich. So bleiben oft nur wenige schöne Tage, an denen das Fahrrad vor dem Kauf ausgiebig getestet werden kann. Für viele Käufer ist außerdem auch ein modischer Aspekt von Bedeutung. "Der Käufer muss sich bewusst sein, dass er im Frühling nicht das aktuellste Modell fahren wird - und gegebenenfalls auf dann angesagte Farbmuster oder Ausstattungsdetails verzichten muss."

[] Werden auch Billigräder günstiger?

Fahrräder aus dem Baumarkt oder dem Supermarkt befinden sich ganzjährig auf einem niedrigen Preisniveau und unterliegen kaum Schwankungen. Schnäppchen zur kalten Jahreszeit sind fast ausgeschlossen. Für Laien ist der Kauf eines Billigrades außerdem ohnehin riskant, denn sie können oft weder die passende Größe noch die geeignete Ausstattung des Fahrrads abschätzen.

Kunden, die ohnehin bald ein neues Fahrrad kaufen wollen, können jetzt günstig an gute Ware kommen. "Wenn jemand ein Fahrrad braucht, ist jetzt die beste Zeit zum Kaufen," sagt Bettina Cibulski.