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Weltklimavertrag:Das Signal von Paris wird die Welt verändern

Klimakonferenz in Paris: Demonstranten vor dem Eiffelturm

(Foto: AFP)

Nach dem Klimagipfel fängt die richtige Arbeit gerade erst an. Doch entscheidend ist: Die Weltgemeinschaft glaubt, dass sie es schaffen kann.

Paris ist ein Wendepunkt. Zwei Jahrzehnte lang trafen sich Staaten zu Klimakonferenzen, hielten große Reden, denen stets kleine Taten folgten. Die klimaschädlichen Emissionen aber stiegen weiter, und mit ihnen auch die Erdtemperatur. Gegen die Verlockung fossiler Energie fanden sie in all den Jahren kein Werkzeug - mit dem Kyoto-Protokoll nicht, mit hunderten Beschlüssen nicht. Bis zu diesem Klimagipfel in Paris.

Erstmals gibt es nun nicht nur ein gemeinsames Ziel im Klimaschutz, es gibt auch Instrumente dafür. Wenn die Staaten ihr eigenes Abkommen ernst nehmen, dann werden sie fortan alle fünf Jahre überprüfen, ob sie im Klimaschutz vorangekommen sind oder nicht. Sind sie es nicht, müssen sie nachbessern. Das Ziel heißt jetzt: Schluss mit den Fossilen, und das so schnell wie möglich.

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Diese Botschaft wird nicht mehr verklingen, denn sie kommt von allen. Die ganze Welt hat auf Kohle, Öl und Gas gebaut, die ganze Welt will jetzt davon loskommen. Investoren oder Konzerne, die das nicht hören, müssen taub sein. Alleine dieses Signal wird die Welt verändern.

Mit dem Klimagipfel ist das Klima noch nicht gerettet, die Arbeit fängt gerade erst an. Das schönste Instrument kann die Erderwärmung nur bremsen, wenn es auch genutzt wird. Doch anders als vor zwei Jahrzehnten, anders auch als noch bei der gescheiterten Klimakonferenz von Kopenhagen 2009, kann nun keiner mehr sagen, es gäbe keine Alternativen. Energiesysteme ohne Kohle und Öl sind längst keine Zukunftsmusik mehr, sie entstehen überall auf der Welt, auch in Deutschland.

Wenn die 21. Klimakonferenz zur Stunde Null im Klimaschutz geworden ist, wenn erstmals einer dieser wortreichen Gipfel ein Abkommen fasst, das für alle Staaten gilt, das auch die Ärmsten im Kampf gegen die Erderwärmung nicht allein lässt, dann auch deshalb: Weil 195 Staaten wissen, dass sie es gemeinsam schaffen müssen, und weil sie glauben, dass sie es gemeinsam schaffen können. Wenn das keine Hoffnung macht.

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