bedeckt München 17°

Unnützes Google-Doodle-Wissen:Julius Richard Petri und der Krieg der Blutkörperchen

Google Doodle Julius Richard Petri Petrischale Petrischalen

Wird zu seinem 161. Geburtstag von Google mit einem Google Doodle geehrt: Julius Richard Petri, der Erfinder der Petrischalen.

(Foto: Screenshot Google)

Ohne Petrischalen wären Biologen und Chemiker aufgeschmissen, auch wenn die Bakterienkulturen manchmal recht unappetitlich aussehen. Verantwortlich: Julius Richard Petri - in dessen Erfindung mitunter blutrünstige Kriege ausgetragen werden.

Immer wieder zeigt Google auf der Startseite bunte Bilder oder Animationen - und erinnert damit an besondere Menschen oder Ereignisse. Wir sagen Ihnen, was Sie zum Google-Doodle unbedingt wissen müssen. Heute: 161. Geburtstag des 1921 gestorbenen Bakteriologen Julius Richard Petri, dem Erfinder der Petrischale.

Das ist zu sehen:

Sechs farbige Kreise sind auf der Google-Startseite abgebildet. Doch diese Kreise haben es in sich - was, das zeigt sich, wenn das Doodle abgespielt wird. Denn es handelt sich um Petrischalen, die mit einem Wattestäbchen "gefüllt" werden. Sogleich bilden sich Bakterienkulturen, die alles andere als appetitlich aussehen. Wird die Maus über die Schalen bewegt, lüften diese ihr Geheimnis: Die Spuren stammen von einem Hund, einem Spülschwamm, Pflanzen, einem Türgriff, einer Computertastatur - und von müffelnden Socken.

Dinge, die Sie wissen müssen:

  • Als er die berühmte Schale erfand, war Richard Julius Petri Assistent der Mikrobiologie-Legende Robert Koch. 1877 kam Petri auf die Idee, einem Glaskolben den Hals abzuschlagen und den Boden zur Züchtung von Bakterien zu verwenden.
  • Unzählbar sind die Verdienste der Petrischale um die Wissenschaft. Aber ganz perfekt sind die üblichen Schalen, die meist aus durchsichtigem Polystyrol-Kunststoff hergestellt sind, offenbar nicht. Vor allem störanfällige Zellen wie Spermien können sich darin nicht gut entwickeln, fanden Wissenschaftler der Universität Ulm heraus. Auf Glasschalen, die mit einer hauchdünnen Diamantenschicht bedeckt waren, fühlten sich die Spermien deutlich wohler. Allerdings sind solche Petrischalen nicht ganz billig. 100 Euro würde ein Exemplar etwa kosten.
  • Mit Petrischalen lassen sich sogar Kunstprojekte umsetzen. Kathy High, Künstlerin aus New York, inszenierte "Blutkriege" in der Kunststoffschale. "Blood Wars" heißt ihr Projekt, für das sie Blutkörperchen zweier (freiwilliger) Spender rot und grün einfärbte. In der Petrischale identifizieren sich beide als Eindringlinge und bekämpfen sich gegenseitig, der Sieger kommt in die nächste Runde. Kathy High möchte damit nicht nur biologische Prozesse besser darstellen. Sie möchte auch Metaphern wie "Blaublut" und "Blutsbrüder" sowie kulturhistorische Assoziationen im Bezug auf die Rassen hinterfragen.
  • Und noch einmal Kunst - dieses Mal weniger blutrünstig. Wer hätte gedacht, was für ästhetisch ansprechende Formen, Farben und Bilder sich mit Bakterien in einer Petrischale darstellen lassen. Auf www.microbialart.com haben Wissenschaftler die schönsten Beispiele gesammelt. Ein Blick darauf lohnt sich

Interessant für:

Biologie-Studenten, Hobbyforscher und alle, die nie wahrhaben wollten, welche Keime sich an einem Rolltreppenband befinden.

Mit diesem Satz können Sie beim Mittagessen punkten:

"US-Forscher haben mit embryonischen Muskelzellen aus dem Truthahn sogar Fleisch in der Petrischale hergestellt."

Sehen Sie alle Folgen unseres Google-Doodle-Wissens hier.