DDT-Verbot

Ein Buch brachte den Protest gegen Dichlor-Diphenyl-Trichlorethan (DDT) ins Rollen. "Der stumme Frühling", 1962 veröffentlicht von der amerikanischen Biologin Rachel Carson, gilt noch heute als Auslöser der weltweiten Umweltschutzbewegung. Die Autorin zeigt, welche Risiken der Großeinsatz von Pestiziden für die Umwelt und den Menschen birgt. DDT galt bis dahin als sicher für Menschen und Tiere und wurde aus diesem Grund breit gegen Insekten eingesetzt. Rasch zeigte sich jedoch, dass der Stoff hormonähnliche Wirkung hat, was zum Beispiel zu erheblichen Bestandseinbrüchen bei Vögeln führte. Bald stand DDT auch unter dem Verdacht, Krebs beim Menschen auszulösen. Weil es sich kaum zersetzt, reichert sich das Gift in der Umwelt an und gelangt in die Nahrungskette von Mensch und Tier.

Um dem ein Ende zu setzen, wurde DDT schon seit den 1970er-Jahren in vielen Ländern der westlichen Welt verboten. Seit Inkrafttreten der "Stockholmer Konvention" im Frühjahr 2004 ist die Herstellung und Verwendung von DDT nur noch zur Bekämpfung von krankheitsübertragenden Insekten wie der Malariamücke zulässig. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen Unep schätzte 2005 die Weltjahresproduktion auf 6269 Tonnen. In den 1960er-Jahren lag die weltweite Produktion noch über 100.000 Tonnen. 2008 hatten 15 Staaten den Gebrauch von DDT bei der Weltgesundheitsorganisation WHO angezeigt. Vermutlich liegt die Zahl jedoch höher. Die WHO schätzt, dass die Produktion in Zukunft wieder steigen könnte, da sich das Mittel als sehr effektiv gegen die Ausbreitung der Malaria erwiesen hat.

(Im Bild: Greenpeace-Protest gegen DDT in Nepal.)

Bild: DPA 30. Juli 2010, 16:372010-07-30 16:37:15 © SZ vom 31.7.2010/mcs