Umwelt:Das Ende der Wildnis

bezogen über Sebastian Herrmann WIS -9458

Der Nationalpark Torres del Paine in Chile.

(Foto: Gregoire Dubois)

Bald wird es auf der Erde keine unberührten Flecken mehr geben. Alleine zwischen 1993 und 2009 ist auf der Erde Wildnis auf einer Landfläche von der Größe Indiens verloren gegangen.

Von Sebastian Herrmann

Wild sehen sie aus, so als seien sie unbezwingbar und würden dem Menschen auf ewig den Zutritt verweigern. Aber auch der Nationalpark Torres del Paine mit seinen nadelartigen Granitgipfeln im Süden Chiles ist längst erschlossen und dem Reich der Wildnis weitgehend entrissen. Busse bringen Wanderer, Kletterer und andere Abenteuertouristen in das Gebiet, wo sie dann die Illusion unberührter Landschaft genießen können. Vielleicht gilt der Nationalpark in Patagonien technisch noch als Wildnis, und sicherlich zählt er zu den abgelegeneren Ecken der Erde - praktisch ist die Gegend für Touristen ein wesentlicher Magnet. Mittlerweile wird es überhaupt auf dem ganzen Planeten Erde immer schwerer, echte Wildnis zu finden: Wie Wissenschaftler um James Watson von der University of Queensland im Fachjournal Nature berichten, sind aktuell 77 Prozent der Landfläche - ohne die Antarktis - durch menschliche Aktivitäten beeinträchtigt und verändert. "Es klingt unglaublich", sagt Watson, "aber zwischen 1993 und 2009 ist Wildnis einer Landfläche von etwa der Größe Indiens verloren gegangen." Der Verlust beziffert sich auf 3,3 Millionen Quadratkilometer, auf denen nun Siedlungen stehen, Rohstoffe ausgebeutet werden oder Landwirtschaft betrieben wird.

© SZ vom 02.11.2018
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