Sex unter Schmetterlingen Männermangel macht Weibchen wild

Krankheitserreger können das Fortpflanzungssystem ziemlich aufmischen: Je mehr Männchen der Großen Eierfliege sterben, desto sexhungriger werden die Weibchen.

Von kabl

Weibchen der tropischen Schmetterlingsart Hypolimnas bolina werden umso sexhungriger, je weniger Geschlechtspartner sie finden können.

Hypolimnas bolina

(Foto: Foto: oh)

Biologen um Sylvain Charlat vom University College London stellten fest, dass sich die Insekten bis zu fünf Mal paaren, wenn sich 50 Weibchen ein Männchen teilen müssen (Current Biology, Bd. 17, S. 273, 2007).

Normalerweise paaren sich Schmetterlinge nur ein einziges Mal in ihrem Leben.

Das verzerrte Geschlechterverhältnis entsteht, weil Wolbachia-Bakterien ausschließlich männliche Schmetterlingsembryonen infizieren und töten.

Die Weibchen würden merken, dass ihre Chance schwindet, einen Geschlechtspartner zu finden, sagt Charlat. "Das macht sie erst recht wild."

Im Gegenzug schüchtert die weibliche Übermacht die Männchen offenbar ein, sie produzieren kleinere Samen. Beeindruckend finden die Forscher, dass eine Art unter solch ungünstigen Verhältnissen überleben könne.