Schmetterlinge Was Monarchfalter wandern lässt

Ein Monarchfalter (Danaus plexippus) im National-Zoo von Nicaragua in Managua

(Foto: dpa)

Warum gehen Schmetterlinge auf Reisen? Wissenschaftler haben ein Gen für die Wanderlust entdeckt. Es passt die Effizienz der Muskeln an.

Von Andreas Wenleder

Mehr als 3000 Kilometer fliegen Monarchfalter auf dem Weg in ihre Winterquartiere. Wie Zugvögel nehmen die Schmetterlinge mit den orange-schwarzen Flügeln weite Strecken auf sich, um ihren Lebensraum der aktuellen Jahreszeit anzupassen. Forscher aus China und den USA haben jetzt eine mögliche Erklärung für die Reisefreude der Falter vorgestellt (Nature, online).

Ein einzelnes Gen könnte die weiten Flüge ermöglichen. Die Wissenschaftler haben verschiedene Gruppen der Schmetterlinge verglichen: Die bekanntesten verlassen im Herbst die großen nordamerikanischen Seen und fliegen zu ihrem Winterquartier in der mexikanischen Sierra Nevada. Im Folgejahr kehren ihre Nachkommen in einigen Etappen nach Norden zurück. Doch es gibt auch Monarchfalter mit weniger Reisefreude. Diese Insekten sind im Pazifikraum, in Südamerika und der Karibik heimisch.

Das Forscherteam analysierte daher die Genome von sesshaften und wandernden Populationen. Bei 500 Genen fanden sie Unterschiede zwischen reisenden und verwurzelten Faltern - diese waren aber verschwindend gering. Nur ein einzelnes Gen zeigte einen auffallenden Unterschied. Es beeinflusst Funktion und Anordnung der Muskeln und sorgt so für einen effizienten Flug. Sesshafte Falter haben diese Genfunktion nicht. Ihre Physiologie ist allein auf kurze und schnelle Flüge ausgerichtet.