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Psychologie:Warum man Fehler feiern sollte

Erst das Scheitern, dann die Erkenntnis.

Scheitern ist für die meisten Privatsache - auch, wenn die Lehren aus den Missgeschicken besonders wertvoll sind.

(Foto: Ethan Sykes/unsplash)

Menschen sprechen von Erfolgen, verschweigen jedoch Missgeschicke. Das liegt nicht daran, dass sie sich dafür schämen - sondern daran, dass die meisten das Potenzial des Scheiterns verkennen.

Von Sebastian Herrmann

Es soll gelegentlich vorkommen, dass einem etwas gründlich misslingt. Vielleicht war das Glück gerade verhindert, weil es einem anderen unter die Arme greifen musste und deshalb keine freien Kapazitäten hatte. Es könnte aber auch sein, also rein theoretisch, dass man sich ein bisschen doof angestellt hat. So oder so, im Scheitern drängen sich zahlreiche Fragen auf. Eine lautet: Muss ich darüber sprechen und wenn ja, wie? Im Prinzip existieren zwei Möglichkeiten. Ein Missgeschick lässt sich meist als Geschichte vom lustigen Tollpatsch erzählen, ein paar Lacher werden dabei schon herausspringen. Oder das Scheitern wird totgeschwiegen, das ist bequemer und schmerzt weniger. Die meisten Menschen neigen auch dazu, Informationen über Fehlschläge für sich zu behalten. Natürlich deshalb, weil sie sich dafür schämen. Aber auch, wie die Psychologinnen Lauren Eskreis-Winkler und Ayelet Fishbach von der University of Chicago gerade in einer Studie berichten, weil den meisten Menschen überhaupt nicht klar ist, dass Geschichten über das Scheitern wertvolle Lehren transportieren.

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