Meeresbiologie:Dahoam is dahoam

Meeresbiologie: Buckelwale kehren dorthin zurück, wo schon ihre Vorfahren Nahrung fanden.

Buckelwale kehren dorthin zurück, wo schon ihre Vorfahren Nahrung fanden.

(Foto: AFP)

Buckelwale reisen mit den Jahreszeiten. Aber sie kehren immer wieder in ihre Heimatgebiete zurück.

Von Marlene Weyerer

Buckelwale sind ziemliche Weltenbummler; wie Zugvögel reisen sie mit den Jahreszeiten. Sie verbringen den Sommer im Polarmeer und den Winter in tropischen Gewässern. Und doch schwimmen sie letztendlich immer wieder dorthin, wo schon ihre Vorfahren Futter fanden (Endangered Species Research).

Drei Jahrzehnte lang untersuchten Forscher Wale, die den Sommer in der futterreichen Gegend um die Küstengebiete Glacier Bay und Icy Strait in Alaska verbrachten. Um die Tiere zu identifizieren, fotografierten sie individuelle Merkmale auf ihrer mit Furchen durchzogenen Haut. Zusätzlich entnahmen sie DNA-Proben, um die Verwandtschaftsverhältnisse zwischen den Buckelwalen nachzuweisen. Zu Beginn der Beobachtung wurden 25 Muttertiere erfasst. Nach mehr als 30 Jahren hatten 24 von ihnen entweder Nachfahren, welche die Gegend aufsuchten, oder aber sie kehrten selbst noch immer dorthin zurück.

Teilweise war sogar beides der Fall. Mehr als 70 Prozent der Wale, die inzwischen in Glacier Bay und Icy Strait den Sommer verbringen, sind mit den damaligen 25 Muttertieren verwandt. Der Anteil an Zugezogenen ist also gering, was vermuten lässt, dass auch andere Walfamilien immer an ihre Stammplätze zurückkehren. Die Forscher raten, diese Erkenntnis zum Schutz der Buckelwale einzusetzen: Schützt man die Gebiete, welche sie seit Generationen besuchen, haben die Wale bessere Überlebenschancen.

© SZ vom 18.10.2016
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