Kommunikation zwischen Koalas Ungewöhnlich kleiner Brummbär

Koala-Männchen erzeugen Geräusche, die Wissenschaftler eher bei einem Tier von der Größe eines Elefanten erwarten würden. Die Beutelbären haben dafür ein ganz spezielles Organ.

Der Ausdruck Brummbär ruft wohl eher Assoziationen mit Braun- oder Schwarzbären hervor. Doch besonders treffend ist die Bezeichnung für den kleinen australischen Koala. Der Ruf, mit dem Männchen während der Paarungszeit Weibchen auf sich aufmerksam machen wollen, ist für ihre Größe erstaunlich tief.

Normalerweise hängt die Tonhöhe, die ein Tier produziert, davon ab, welche Größe das Stimmorgan annehmen kann. Und in einem kleinen Körper ist eigentlich nicht genug Raum für einen großen Kehlkopf mit langen Stimmbändern oder Stimmlippen, wie sie eigentlich heißen. Koalas aber besitzen ein besonderes Organ im Rachen außerhalb des Kehlkopfes, wie Wissenschaftler der University of Sussex im britischen Brighton nun berichten: die "velaren Stimmlippen", die neben dem Kehlkopf sitzen.

Wie die Forscher im Journal Current Biology schreiben, kommt es beim Ein- und Ausatmen zu Lauten, die "zwanzigmal tiefer sind als es bei einem Tier, das acht Kilogramm wiegt, zu erwarten wäre und die eher typisch wären für ein Tier von der Größe eines Elefanten".

Ihres Wissens gebe es bei Säugetieren - zu denen die Koalas als Beutelsäuger gehören - lediglich ein weiteres Beispiel für ein spezielles Organ zur Tonerzeugung, das vom Kehlkopf unabhängig ist: die sogenannten phonic lips der Zahnwale. Die Meeressäuger erzeugen damit die Klicklaute zur Echoortung.

Welcher Anpassungsdruck zur Entwicklung der besonders tiefen Rufe bei den Koalabären geführt hat, ist noch unklar. Weibliche Tiere stoßen zwar auch gelegentlich Rufe aus. Es müsse allerdings noch geklärt werden, ob sie ebenfalls "velare Stimmlippen" besitzen.