Kohlendioxid:Es ist ein Treibhausgas

Eigentlich hat das niemand bezweifelt: CO2 heizt die Atmosphäre auf, weil es Wärmestrahlung fängt. Die Gewissheit beruhte bisher auf Laborexperimenten. Erst jetzt haben US-Forscher die Wirkung im Freilandversuch nachgewiesen.

Von Christopher Schrader

Erstmals hat eine Langzeit-Feldstudie gezeigt, dass Kohlendioxid in der freien Atmosphäre unbestreitbar von der Erde abgestrahlte Wärme abfängt und nach unten zurücksendet. Die Erkenntnis erscheint als Binsenweisheit, schließlich beruhen die gesamte Klimaforschung und -politik auf der Einsicht, dass CO2 als Treibhausgas wirkt. Die Menschheit trägt mit dem massenhaften Ausstoß des Stoffs, der nach dem Verbrennen von Öl, Erdgas und Kohle aus Kraftwerken, Fabriken, Schornsteinen und Auspuffen aufsteigt, entscheidend zur Erwärmung des Planeten bei. In der Wissenschaft hat das niemand ernsthaft bezweifelt. Aber die Gewissheit beruhte bisher auf Theorie und Laborexperimenten.

Jetzt hat ein amerikanisches Forschungsteam den Vorgang erstmals langfristig in freier Natur untersucht. Die Wissenschaftler um Daniel Feldman vom Lawrence Berkeley National Laboratory haben zwei Messstation in Oklahoma und Alaska aufgestellt, wo sie von 2000 bis 2010 die aufgefangene Wärmestrahlung analysierten. Es war eine komplizierte Aufgabe, daraus den Beitrag des CO2 in der Atmosphäre zu isolieren, weil auch andere Gase einen Effekt haben; die Forscher erklären das Verfahren im Detail in Nature (online).

Das Ergebnis passt exakt zu den Erwartungen. Der CO2-Spiegel ist in der Zeit um 22 ppm (millionstel Anteile der Atmosphäre) angestiegen, und das hat die Wärmeeinstrahlung um 0,2 Watt pro Quadratmeter erhöht. Das Experiment bestätigt damit auch den Wert, den die Klimasimulationen mit Supercomputern verwenden.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema