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Kernphysik: "Higgs"-Partikel:Spuren des Gottesteilchens entdeckt

Mit Hilfe der Detektoren am Ringbeschleuniger LHC haben Physiker des Europäischen Teilchenforschungszentrums Cern Hinweise auf die langgesuchten "Higgs"-Partikel entdeckt.

Physiker des Europäischen Teilchenforschungszentrums Cern bei Genf haben möglicherweise Spuren des seit Jahrzehnten gesuchten "Higgs"-Partikels gefunden.

Teilchenbeschleuniger LHC nimmt Betrieb auf

Detektoren am Ringbeschleuniger LHC am Cern haben Daten geliefert, in denen Physiker indirekte Hinweise auf die Existenz des Higgs-Teilchens sehen.

(Foto: ddp)

Dieses oft als Gottesteilchen bezeichnete Elementarteilchen könnte eine große Lücke im Theoriegebäude der Physik schließen.

Mit dem Higgs-Teilchen ließe sich erklären, warum die bisher bekannten Grundbausteine des Universums so unterschiedliche Massen haben. Die bislang bekannten Elementarteilchen bieten für dieses Rätsel keine befriedigende Erklärung.

Die beiden großen Detektoren am Ringbeschleuniger LHC, die Zusammenstöße von energiereichen Protonen analysieren, haben Daten geliefert, in denen Physiker nun indirekte Hinweise auf die Existenz des Higgs-Teilchens finden.

Noch sind diese Spuren jedoch eher schattenartige Abbilder des möglichen neuen Partikels. Um eine handfeste Entdeckung zu proklamieren, sind die Messwerte noch nicht aussagekräftig genug.

Der Generaldirektor des Cern, Rolf-Dieter Heuer, erklärte jedoch während einer zurzeit in Grenoble abgehaltenenen Physiker-Tagung, man werde noch in diesem Jahr die Existenz des Higgs-Teilchens beweisen können - oder im Gegenteil auch dessen Nichtexistenz.

Noch ist das Higgs nicht gefunden", mahnt hingegen Siegfried Bethke, Direktor am Max-Planck-Institut für Physik in München und führendes Mitglied der Atlas-Gruppe, die einen der beiden großen Teilchendetektoren am LHC betreibt.

Erstaunlich sei allerdings, dass beide Detektoren ähnliche Hinweise auf das Higgs-Partikel liefern. Es sei jedoch durchaus möglich, dass das im Moment sehr undeutliche Signal in den kommenden Wochen und Monaten, wenn Tausende weitere Messdaten in die Analyse einfließen, wieder verschwindet. "Man weiß einfach noch nicht, was es ist", sagt Bethke.