Frage der Woche Wo werden wir besonders nass?

Bei der Suche nach der regenreichsten Stadt ist eine andere Untersuchung deshalb hilfreicher: 2008 bat das Magazin Men's Health den Deutschen Wetterdienst, die regenreichste Großstadt Deutschlands zu bestimmen. Die Fachleute werteten dafür die mittlere jährliche Niederschlagsmenge über einen Zeitraum von 39 Jahren aus.

Das Ergebnis: Der Spitzenreiter ist Wuppertal. 1154,1 Liter Wasser je Quadratmeter regnen dort jährlich aus den feuchten atlantischen Luftmassen, die sich an den Höhen des Bergischen Landes stauen. Nicht von ungefähr kennt man hier den Spruch: "In Wuppertal werden die Kinder mit dem Regenschirm geboren." Auf den Plätzen zwei und drei folgen Wuppertals Nachbarstädte Solingen und Hagen.

Auf den Plätzen vier und fünf liegen München (972,8 Liter pro Quadratmeter) und Freiburg (946,5 Liter pro Quadratmeter), gefolgt von Bielefeld (877,5 Liter pro Quadratmeter).

In Köln dagegen, in den Regen-Top-Ten von Eurostat immerhin auf Platz zwei, reicht es nur für Platz 17. Und Münster, die "Heimat des Regens", findet man auf Platz 29.

Halle an der Saale aber, die Stadt mit angeblich 266 Regentagen, nimmt mit 481 Litern pro Quadratmeter weit abgeschlagen Platz 48 ein. Trockener ist es dem Deutschen Wetterdienst zufolge nur noch in Magdeburg.

Doch Vorsicht: Wer nun überlegt, von Wuppertal, Hamburg oder München nach Sachsen-Anhalt zu ziehen, sollte die Koffer nicht gleich packen. Eine hohe Niederschlagsmenge im Jahresdurchschnitt bedeutet nicht, dass es dort ständig regnet.

München und Freiburg etwa sind nur aufgrund der sommerlichen Gewitter besonders nass. Ansonsten gehören die Städte tatsächlich zu den sonnenreichsten Orten Deutschlands. Und Halle dagegen mag sehr trocken sein, aber sonnig ist es hier nicht besonders - im Gegenteil.

Die Bürger Wuppertals allerdings sollten vielleicht in Erwägung ziehen, ihre Stadt abzureißen und im Süden wieder aufzubauen. Denn der viele Regen wird hier noch nicht einmal durch eine große Zahl von Sonnentage erträglicher.