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Fossil:Ur-Meerestier auf der Jagd mit Dosenöffner-Scheren

  • Paläontologen haben Überreste eines Meerestiers entdeckt, das vor einer halben Milliarde Jahre lebte.
  • Das Raubtier jagte mit Greifwerkzeugen seine Beute.
  • Es handelt sich bei Tokummia katelepsis um einen Gliederfüßler - zu dieser Gruppe zählen auch heutige Insekten.

Wissenschaftler haben ein 507 Millionen Jahre altes Meerestier-Fossil mit Scheren wie Dosenöffner entdeckt. Bei dem außergewöhnlich gut erhaltenen Fossil handele es sich um einen Gliederfüßer, der Licht auf den Ursprung sogenannter Mandibeltiere werfe, berichten Paläontologen der University of Toronto und des Royal Ontario Museum im Fachjournal Nature.

Mandibeltiere sind benannt nach ihren Mundwerkzeugen. Zu der Gruppe zählen zum Beispiel Krebstiere und Insekten. Von Mandibeltieren gibt es Millionen Arten, sie gelten als eine der erfolgreichsten Gruppen von Lebewesen. Trotz ihrer heute enormen Vielfalt sei der Ursprung der Mandibeltiere noch weitgehend ein Rätsel, hieß es von den Forschern. Bisher habe es nur spärliche Hinweise gegeben, wie die ersten Gliederfüßer mit Paaren von Mandibeln ausgesehen haben mögen.

Vor einer halben Milliarde Jahre explodierte die Zahl der Tierarten

Auch habe man keine Vorstellung von den anderen Merkmalen gehabt, die zu der beispiellosen Vielfalt dieser Gruppe von Lebewesen führte. Das nun entdeckte Fossil nannten die Wissenschaftler Tokummia katelepsis, benannt nach dem Fluss Tokumm, der durch den Kootenay-Nationalpark in der kanadischen Provinz British Columbia fließt.

Tokummia lebte demnach wahrscheinlich in einem tropischen See, in dem es von Lebewesen nur so wimmelte und gehörte mit einer Länge von mehr als zehn Zentimetern zu den größten Raubtieren des Kambrium.

Die Scheren des Tokummia sind groß, aber zugleich auch feingliedrig und komplex und ähnelten der Form von Dosenöffnern. Vor einer halben Milliarde Jahre stieg die Zahl der Tierarten auf der Erde plötzlich sprunghaft an. Die Phase wird Kambrische Explosion genannt, praktisch alle heute existierenden Tierstämme entstanden damals. Der Burgess-Schiefer in British Columbia gilt als bester Fundort für kambrische Fossilien - auch Tokummia katelepsis wurde dort gefunden.

Das Fossil von Tokummia: Die Greifwerkzeuge vorne sind äußerst gut erhalten.

(Foto: Jean-Bernard Caron / Royal Ontario Museum)