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Zuwanderung:34 000 Flüchtlinge haben einen Job

Ausbildungsmesse für Flüchtlinge

Ausbildungsmesse für Flüchtlinge in Schwerin.

(Foto: Bernd Wüdpa)
  • 34 000 Flüchtlinge haben den Schritt auf den Arbeitsmarkt geschafft.
  • Etwa ein Viertel davon sind dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zufolge Leiharbeiter.
  • Zehntausende Jobs entstehen durch Flüchtlingsmigration.

In den vergangenen elf Monaten haben 34 000 Flüchtlinge einen Job auf dem regulären Arbeitsmarkt gefunden. Das zeigen Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Erfasst wurden die Daten von Einwanderern aus den acht wichtigsten Asylherkunftsländern wie Syrien, Irak und Afghanistan, im Zeitraum von Dezember 2015 bis November 2016.

22 Prozent dieser 34 000 Einwanderer seien Leiharbeiter, sagte der Direktor des Nürnberger Instituts, Joachim Möller der Deutschen Presse-Agentur. An zweiter Stelle standen wirtschaftsnahe Dienstleistungen ohne Zeitarbeit mit 20 Prozent. Nehme man das Gastgewerbe dazu, seien insgesamt 57 Prozent der Menschen in diesen Bereichen beschäftigt.

406 000 arbeitssuchende Flüchtlinge sind bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern registriert, 160 000 davon als arbeitslos erfasst. "Wenn wir es geschafft haben, nach fünf Jahren 50 Prozent in Lohn und Brot zu bekommen, ist das sicherlich ein Erfolg", sagte Möller.

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2015 und in den ersten elf Monaten 2016 beantragten dem Bundesinnenministerium zufolge knapp 1,2 Millionen Menschen hierzulande formell Asyl. Eine Illusion wäre es aus Sicht Möllers, "zu glauben, dass wir eine große Zahl der Geflüchteten in unseren gut bezahlten Industriearbeitsplätzen wie beispielsweise der Automobilindustrie haben werden". Zeitarbeit habe für Migranten eine besondere Funktion. "Viele Betriebe sind erst einmal skeptisch, Zeitarbeit hilft, erste Bedenken zu nehmen."

Zehntausende Jobs entstehen durch Flüchtlingsmigration

Im Ein-Euro-Job-Programm für Flüchtlinge gibt es rund vier Monate nach dem Start noch weit weniger solche Arbeitsgelegenheiten als geplant. Das von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) initiierte Programm startete am 1. August und soll 100 000 öffentlich geförderte Jobs für Flüchtlinge schaffen. Nach ersten Zahlen seien bislang rund 5000 Jobs entstanden, sagte Möller.

Durch die Flüchtlingsmigration entstanden Jobs. "Wir rechnen mit einer Größenordnung im mittleren fünfstelligen Bereich, mit etwa 50 000 oder 60 000", sagte Möller. Vor allem im Bau, bei außerschulischen Lehrtätigkeiten und Sprachlehrern, Wachleuten, Sozialarbeitern und in der öffentlichen Verwaltung seien Arbeitsplätze geschaffen worden. Diese grobe Einschätzung stamme noch vom Anfang des Jahres. Weil damals einige der wegen der Flüchtlingsmigration neu geschaffenen Stellen noch gar nicht besetzt waren, sondern erst dazukamen, könnte der Effekt heute sogar größer sein.

Etwa Sprachlehrer, Sozialarbeiter, Pädagogen und Erzieher könne das Land angesichts künftiger Migration auch weiter gut gebrauchen, sagte Möller. "Wenn man beispielsweise an die Wiedervereinigung denkt, kann man festhalten: Wir haben in Deutschland schon ganz andere Aufgaben als den Flüchtlingszuzug gemeistert." Eine Bilanz über die Auswirkungen auf die Wirtschaft könne erst nach fünf oder zehn Jahren gezogen werden.

© SZ.de/dpa/dit/sry
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