VW Piëch-Bruder wird Großaktionär bei VW-Holding

Hans Michel Piëch.

(Foto: dpa)
  • Ferdinand Piëchs Bruder, Hans Michel Piëch, ist der neue große Einzeleigentümer in der Finanzholding Porsche SE, die VW dominiert.
  • Autopatriarch Ferdinand Piëch hatte sich zuletzt zunehmend aus dem Konzern zurückgezogen und den Großteil seiner Anteile verkauft.

Hans Michel Piëch heißt der neue starke Mann bei der Finanzholding Porsche SE (PSE), die den Volkswagen-Konzern dominiert. Der 75-jährige Jurist aus Wien hat seinem älteren Bruder Ferdinand Piëch die meisten Anteile abgekauft, wie das Unternehmen mitteilte.

Durch den Erwerb der Aktien im Wert von mehreren hundert Millionen Euro bekommt Hans Michel Piëch eine Sperrminorität bei der Finanzholding. Er habe den größten Teil von Ferdinand Piëchs 14,7 Prozent an der Porsche Holding übernommen, hieß es. Die Nachfahren des Autopioniers Ferdinand Porsche kontrollieren damit weiterhin die Mehrheit am Volkswagen-Konzern.

Ferdinand Piëch zog sich zunehmend zurück

Der Autopatriarch Ferdinand Piëch war über viele Jahre die dominierende Persönlichkeit im VW-Konzern. Der Enkel des Porsche-Erfinders begann im Jahr 1972 als technischer Entwickler bei der VW-Tochter Audi. Danach machte er Karriere im Konzern. 1988 Audi-Chef, 1993 VW-Chef, später wurde Piëch Chefkontrolleur. Allerdings hatte er sich in den vergangenen zwei Jahren zunehmend vom Unternehmen und von seiner Familie isoliert. Am Montag teilte die Holding schließlich mit, dass Piëch den Großteil seiner Aktien verkaufen will.

Mit Hans-Michel Piëch hat die Holding nun einen neuen starken Einzeleigentümer. Insgesamt dominiert aber weiterhin die Porsche-Familie; allein Wolfgang Porsche hält etwa 15 Prozent der PSE-Anteile. Der Erhalt dieser Machtstruktur ist den meisten Erben sehr wichtig: Keine Seite soll ein Übergewicht haben. Deshalb hat Hans Michel Piëch auch sogleich einige Anteile an die Porsches weitergereicht.

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