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Konflikt mit Zulieferer Prevent:Offenbar interne VW-Sitzungen heimlich aufgezeichnet

Dieselskandal

Jahrelang hatte Volkswagen Streit mit dem Zulieferer Prevent.

(Foto: dpa)

Dem "Business Insider" zufolge gibt es fast 50 Stunden Audio-Mitschnitte einer Projektgruppe des Konzerns zum Konflikt mit der Zulieferfirma Prevent. Das VW-Team soll demnach geplant haben, Prevent auszubooten.

Während des jahrelangen Konflikts zwischen Volkswagen und dem Zulieferer Prevent wurden offenbar interne Sitzungen des VW-Konzerns aufgezeichnet, wie das Wirtschaftsmagazin Business Insider berichtet. Die von dem Medium so bezeichneten "VW Tapes" sollen fast 50 Stunden an Audio-Mitschnitten umfassen.

Der bosnische Zulieferer von Getriebe- und Sitzteilen hatte VW vorgeworfen, seine Monopolstellung auszunutzen, um die Preise zu drücken und Druck auf Lieferanten auszuüben. Nach einem langen Rechtsstreit endete die Zusammenarbeit von VW und Prevent 2018.

Die "VW Tapes", aus denen das Magazin zitiert, und mehrere von ihm gezeigte Ausschnitte aus Projektfolien und Tagesordnungen legen nahe, dass VW 2017 und 2018 in einer eigens eingerichteten geheimen Projektgruppe daran arbeitete, Prevent auszubooten und die Trennung von dem Zulieferer voranzutreiben.

VW erklärt dem Wirtschaftsmagazin zufolge, von den Aufnahmen keine Kenntnis zu haben. Zu der Projektgruppe erklärte demnach der Konzern: "Das damalige interne Projektteam hatte die Aufgabe, weiteren Schaden vom Unternehmen, seinen Kunden, Mitarbeitern und Lieferanten abzuwenden. Es wurde offen über alle möglichen Lösungsansätze diskutiert."

© SZ.de/jsa/odg

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