Utz Claassen veröffentlicht Roman Abitur mit 17, Promotion mit 25

So ähnlich hat es auch Utz Claassen erlebt. Abi mit 17 Jahren, Note 0,72. Fertig studiert mit 22, promoviert mit 25, danach Spitzenpositionen bei der Beratungsfirma McKinsey und im Ford-Konzern. Mit 29 führt er Mitarbeiter bei VW - der jüngste ist 47. Der Konzern schickt ihn nach Spanien, um die Tochter Seat zu sanieren. Ein paar Jahre später meldet sich der Energieriese EnBW und macht den Aufsteiger zum Chef von fast 40.000 Menschen. Claassen wird Stammgast in Talkshows und er berät Bundeskanzler Gerhard Schröder in Berliner Energierunden. Völlig überraschend heuert Claassen Anfang 2010 dann bei dem kleinen Solarkraftwerksbauer Solar Millennium an. Er glaubt an dessen Idee, die Welt mit Energie aus riesigen Sonnenkraftwerken zu versorgen.

Die Hoffnung ist groß beim Wechsel zum einstigen Star der grünen Branche. Doch Claassen findet sich plötzlich selbst in einer wüsten Story wieder: Nach nur gut zwei Monaten gibt er auf. Er fühlt sich von Teilen des Aufsichtsrates über die Perspektiven der Firma getäuscht. Die Firma, die im Dezember Insolvenz anmelden musste, und der Aufsichtsrat von Solar Millennium, bestreiten die Vorwürfe und mögliche Unregelmäßigkeiten. Neun Millionen Euro Antrittsprämie nimmt Claassen noch mit - und steht in der breiten Öffentlichkeit plötzlich als Raffzahn da.

Dass Fabienne Felsenstein in kriminelle Machenschaften verwickelt wird, sei reine Fiktion, sagt Claassen. "Die Geschichte spielt in der Welt der Energiewirtschaft, die ich bekanntlich gut kenne. Ihre Handlung ist jedoch ebenso rein fiktiv wie die in ihr handelnden Personen. Fabienne Felsenstein jedenfalls hat gleich mehrere Anschläge zu überstehen. Mächtige Herren im Hintergrund wollen in Zukunft auch weiterhin viel Geld verdienen und sind bereit, dafür einiges zu tun. Drohanrufe sollen sie auf Kurs bringen. Felsenstein bleibt prinzipientreu.

Beim Energiegipfel im Kanzleramt ist sie die einzige, die Klartext spricht und davor warnt, dass der Beschluss zur Energiewende eine neue Welt nur vorgaukelt. "Wo bleibt die Wahrheit?", fragt die Hauptfigur des Romans.

Auch der Manager Claassen, der derzeit auf Mallorca als Miteigentümer den Erstliga-Fußballclub RCD saniert, macht sich so seine Gedanken über die Energiewende und hofft auf breite Resonanz. "Der Roman ist meines Erachtens für eine Verfilmung absolut geeignet", findet er. Es habe bereits Anfragen gegeben. Ob der Autor Claassen Gefallen an seiner neuen Arbeit gefunden hat? "Ein zweites Buch ist möglich", entgegnet der Manager. Darüber aber wolle er nun den Markt entscheiden lassen.

Seine Protagonistin sei ihm jedenfalls sehr ans Herz gewachsen, sagt Claassen. "Als Autor will ich vor allem unterhalten - aber auch zum Nachdenken anregen." Genug Licht, genug Energie, genug Hoffnung für alle - so darf seine Protagonistin ganz am Ende von einer solaren Welt träumen, in der grüne Quellen Energie im Überfluss liefern. Eine Welt, "die möglich sein kann, möglich sein muss und möglich sein wird", ist sich Fabienne Felsenstein ganz am Ende sicher. Und auch Autor Claassen sagt: "Ich bin überzeugt, dass die Zukunft der Energieerzeugung in der Solarenergie liegt. Wer sollte das beweisen, wenn nicht dieses Land."