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Unnützes Google-Doodle-Wissen:Raymond Loewy und der Windhund auf Rädern

Raymond Loewy

Google ehrt Raymond Loewy mit einem Google Doodle. Zu sehen: die legendäre S1-Lokomotive für Pennsylvania Railroad.

(Foto: Screenshot Google)

Raymond Loewy designte Haushaltsgeräte, einen Linienbus, Autos - und sogar das Flugzeug des US-Präsidenten. Im Fall einer Lokomotive konnte die Funktionalität mit dem Design jedoch nicht mithalten.

Immer wieder zeigt Google auf der Startseite bunte Bilder oder Animationen - und erinnert damit an besondere Menschen oder Ereignisse. Wir sagen Ihnen, was Sie zum Google-Doodle unbedingt wissen müssen. Heute: 120. Geburtstag des 1986 gestorbenen Industriedesigners Raymond Loewy.

Das ist zu sehen:

Der Google-Schriftzug ist dieses Mal in einen Meilenstein des Industriedesigns eingearbeitet - die legendäre S1-Dampflokomotive. Kreiert hat sie Raymond Loewy, ein Industriedesigner, geboren im Jahr 1893 in Paris. Dass er später einmal zum Star seines Fachs werden sollte, ahnte erst noch niemand. Seine ersten Groschen verdiente sich Loewy, der 1919 in die USA emigrierte, als Schaufensterdekorateur und Illustrator für Modezeitschriften. Doch schon bald überzeugte er mit bahnbrechenden Designs für Haushaltsgeräte, Fahrzeuge und Firmenlogos für Shell, BP und Lucky Strike. Funktionalität und Design darf sich nicht ausschließen, das war die Maxime von Loewy. Besser hätte es Apple-Gründer Steve Jobs auch nicht sagen können. Hier eine Auswahl der Designs von Raymond Loewy:

Design (not) made by Raymond Loewy

  • S1-Lokomotive für Pennsylvania Railroad: Keine hatte mehr Power, keine war größer - die Lokomotive S1, die Raymond Loewy für Pennsylvania Railroad designte, setzte 1939 in vielerlei Hinsicht Maßstäbe. Bekannt wurde sie auch durch ihr stromlinienförmiges Äußeres. Dass Größe jedoch nicht alles ist, zeigte sich schnell. Die Lokführer klagten immer wieder über Probleme beim Anfahren, außerdem neigte die Lok in einer engen Kurve vor dem Bahnhof Pittsburgh zum Entgleisen. Noch während die S1 auf der Weltausstellung in New York gezeigt wurde, orderte der Bahnbetreiber bereits das Nachfolgemodell T1, das in folgendem Video zu sehen ist.
  • Greyhound Scenicruiser: Wie kaum ein anderes Fahrzeug stehen die Busse von Greyhound Lines für die Mobilität der Amerikaner in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Mitte der 50er Jahre entwarf Raymond Loewy für die Windhund-Linien den Greyhound Scenicruiser, dessen hintere Sitzreihen hochgesetzt sind. Filmmaterial der Oregon State Police zeigt den Scenicruiser GX-2 während einer Fahrt.

  • Air Force One: Die Air Force One ist das fliegende Arbeitszimmer des US-Präsidenten - und damit auch die Visitenkarte eines der mächtigsten Männer der Welt. Als John F. Kennedy die Präsidentschaftswahl gewann, ließ er Raymond Loewy seiner Boeing 707 ein präsidentengerechtes Design verpassen. Mit Kennedy blieb der Designer auch nach dem Tod des US-Präsidenten verbunden. Nach dem Attentat kreierte er für 500 US-Dollar eine 5-Cent-Gedenk-Briefmarke mit dem Gesicht des getöteten Staatschefs.
  • Design von Raymond Loewy findet sich in vielen Produkten - aber der alle Aufträge nahm der Unternehmer nicht an. Einmal ersuchte ihn ein Waffenfabrikant, seine Handgranaten neu zu entwerfen, damit sich die Splitterwirkung verbessert. Doch Raymond Loewy lehnte ab.

Interessant für:

Cola-Trinker, Apple-Jünger, Lucky-Strikes-Raucher, Design-Studenten und alle, die sich gerne einmal eine Le-Corbusier-Liege ins Wohnzimmer stellen würden.

Mit diesem Satz können Sie beim Mittagessen punkten:

"Never leave well enough alone" (Raymond Loewy über Design, übersetzt sinngemäß: "Lass das Gute nie genug sein")

Sehen Sie alle Folgen unseres Google-Doodle-Wissens hier.