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Umstrittene Hypothekengeschäfte:Deutsche Bank zahlt Milliardenstrafe in den USA

The headquarters of Germany's Deutsche Bank is photographed early evening in Frankfurt

Die Doppeltürme der Deutschen Bank in Frankfurt

(Foto: REUTERS)

14 Milliarden Dollar soll die US-Aufsicht wegen windiger Immobiliengeschäfte von der Deutschen Bank gefordert haben. Nun zahlt das Institut deutlich weniger.

Die Deutsche Bank legt ihren US-Hypothekenstreit mit einer Strafzahlung von 3,1 Milliarden Dollar bei. Das Institut gab den Vergleich mit dem US-Justizministerium am Freitag bekannt. Zudem legt die Bank weitere 4,1 Milliarden Dollar für betroffene Kunden zurück.

Die Liste der juristischen Probleme der Deutschen Bank ist lang, doch dieser Fall ist besonders wichtig. Und er ist mit der Finanzkrise verbunden, die die Welt an den wirtschaftlichen Abgrund geführt hat. Es geht um so genannte Residential Mortgage Backed Securities, kurz RMBS. Das sind gebündelte und verpackte Hausbaukredite, in der damaligen Form auch als Subprime-Papiere bekannt. Sie gelten als ein Auslöser der Finanzkrise.

US-Behörden warfen der Deutschen Bank vor, diese Papiere an Investoren verkauft zu haben - sie hätte aber nicht richtig über die Risiken aufgeklärt. Als die Blase am US-Immobilienmarkt platzte, bescherten die Papiere den Käufern heftige Verluste.

Es ist ein Vergehen, das sich auch andere Großbanken vorwerfen lassen müssen. Obwohl sich viele Amerikaner gar keine Immobilie leisten konnten, finanzierten die Institute sehr gerne deren Kauf. Insgesamt haben Geldhäuser für diese Immobilienpapiere bereits rund 35 Milliarden Dollar bezahlt. Die Aufarbeitung der Fälle dauerte lange, sie gelten als kompliziert.

Konkret ging es dem US-Justizministerium um die Jahre 2005 bis 2007. Das ist die Zeit, als Josef Ackermann die Bank führte und der spätere Co-Chef Anshu Jain Leiter des Investmentbankings war. Käufer der Immobilienpapiere waren professionelle Anleger wie Pensionsfonds oder andere Banken, wie zum Beispiel die WestLB oder die BayernLB. Die Landesbanken mussten in der Finanzkrise von den Steuerzahlern gerettet werden.

Berichten zufolge hatte die US-Aufsicht zunächst 14 Milliarden US-Dollar von der Deutschen Bank gefordert. Nun kommt das Geldinstitut nun insgesamt mit ungefähr der Hälfte der Summe weg.

© SZ.de/mesc/bbr/joku

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