Umsatzplus im Einzelhandel Deutsche geben deutlich mehr Geld aus

  • Im Januar 2015 verzeichnet der deutsche Einzelhandel deutlich höhere Umsätze als im Vorjahresmonat.
  • Den größten Zuwachs melden Internet- und Versandhändler.
  • Beobachter halten gestiegene Löhne und niedrigere Energiekosten für verantwortlich.

Einzelhändler verzeichnen deutliches Plus

Der deutsche Einzelhandel ist stark in das Jahr 2015 gestartet. Der Einzelhandelsumsatz lag im Januar real um 5,3 Prozent höher als im Januar 2014. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Das Plus war demnach die höchste reale Veränderungsrate im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat seit Juni 2010. Im Vergleich zum Dezember lag der Umsatz im Januar real um 2,9 Prozent höher.

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte demnach im Januar real 3,8 Prozent mehr um als im Januar 2014. Bei Supermärkten, Warenhäusern und Verbrauchermärkten betrug der Anstieg 3,9 Prozent, im Facheinzelhandel mit Lebensmitteln 2,5 Prozent. Im Einzelhandel mit Nichtlebensmitteln stiegen die Umsätze real um 6,3 Prozent.

Online- und Versandhandel wächst am stärksten

Weit überdurchschnittlich profitierten die Internet- und Versandhändler von der Kauflaune der Deutschen. Hier stiegen die Umsätze binnen Jahresfrist um 14 Prozent. Dies dürfte auch eine Nachwirkung des Weihnachtsgeschäfts sein, denn viele Konsumenten lösen im Januar Gutscheine und Geldgeschenke ein.

Gründe für die Kauflust

Der Branchenverband HDE peilt für dieses Jahr ein Umsatzplus von nominal 1,5 Prozent an, nach einem Anstieg von 1,8 Prozent 2014. Die Aussichten sind günstig. Denn die Kauflaune der Verbraucher ist nach Angaben der GfK-Marktforscher derzeit so gut wie seit Oktober 2001 nicht mehr.

Zudem müssen die Konsumenten momentan weniger fürs Tanken und Heizen bezahlen und können deshalb mehr Geld in andere Einkäufe oder Dienstleistungen stecken. "Die Stimmung der Verbraucher ist angesichts der niedrigen Inflation, des günstigen Arbeitsmarktes und steigender Löhne recht gut", sagte HSBC-Ökonom Thomas Amend. "Sie sind offenbar bereit, das Geld auch auszugeben." Neben den niedrigen Energiepreisen zeige auch der Mindestlohn Wirkung, sagte BayernLB-Experte Stefan Kipar. "Beides hat die Kaufkraft der Konsumenten zum Jahreswechsel deutlich gesteigert."