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Umsatz mit Toten:Salter will die Stars besitzen

Jamie Salter dagegen reicht es nicht, verstorbene Stars zu managen. Er will sie besitzen. Um nicht noch einmal zu erleben, was ihm mit Bob Marley passiert ist. Salter ist in Toronto geboren, er hat lange Sportprodukte vermarktet, später Marken wie Polaroid übernommen, um sie wieder groß zu machen, mit mäßigem Erfolg. 2008 wurde ihm Cedella Marley vorgestellt, eine Tochter des Reggae-Musikers Bob. Salter rechnete aus, dass damals Händler weltweit mit Bob-Marley-Produkten 600 Millionen Dollar im Jahr verdienten, aber keine Lizenzgebühren zahlten. Er ließ die Gebühren eintreiben. Und Salter entwickelte Produkte, die zum Mythos Marley passen sollten: zu Weltfrieden, Solidarität, Umweltschutz. So entstanden Marken-Badeshorts in grün, gelb, rot; aus recyceltem Plastik. Und teure Kopfhörer aus Holz.

Das Geschäft lief für Salter, aber die Familie verlängerte den Vertrag nicht. Als ihn 2010 Anna Strasberg aufsuchte, die Witwe des Schauspiellehrers von Marilyn Monroe, bestand Salter darauf, die Rechte zu kaufen statt nur zu vertreten. Er soll 20 bis 30 Millionen Dollar dafür bezahlt haben.

Für immer 36

Es ist das, was das Geschäft mit toten Stars ausmacht: Die Agenten müssen erfassen, wofür ein Prominenter steht. Marilyn Monroe ist heute die Göttin, deren weißes Kleid über einem U-Bahn-Schacht flattert; die ihrem damaligen Präsidenten John F. Kennedy ein Geburtstagsständchen haucht. Für immer 36. Vergessen die Zeiten, in denen die Monroe schlecht gelaunt zu Dreharbeiten erschien, mit von Schlaftabletten geschwollenen Augen, zu spät und irgendwann gar nicht mehr. Zeiten, in denen Szenen bis zu vierzig Mal wiederholt werden mussten, obwohl sie nur einen einzigen Satz sagen sollte. Solche Probleme bereitet sie ihrem Agenten heute nicht mehr. Vor zwei Jahren trat Monroe in einem Werbespot auf, im Spiegelsaal von Versailles saß sie und frischte ihren Lippenstift auf, verlangte Parfüm von Dior. Ausgeschlafen, frisch, sexy, in Farbe, digitalisiert.

Stars werden einfacher, wenn sie tot sind. Sie wecken ihre Manager nachts nicht mehr auf, nur weil in der Minibar der Champagner fehlt. Kein schlechtes Geschäft.