UBS:Kelleher soll Weber beerben

NSC Thomas Colm Kelleher
Hand-out
Pressebild

Colm Kelleher, 64, war von 2016 bis 2019 Präsident der US-Investmentbank Morgan Stanley.

(Foto: Norfolk Southern Corporation)

Der Ire soll den Chefposten im Verwaltungsrat der größten Schweizer Bank vom ehemaligen Bundesbank-Chef übernehmen.

Ein ehemaliger Spitzenmanager der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley soll neuer Verwaltungsratspräsident der Schweizer UBS werden. Das größte Institut des Landes schlug nach monatelanger Suche Colm Kelleher als Nachfolger von Axel Weber vor. Der ehemalige Präsident der Bundesbank erreicht demnächst die Amtszeitbeschränkung von zehn Jahren.

Der 1957 geborene Kelleher verfüge über ein tiefes Verständnis der globalen Bankenlandschaft, hieß es. "Mit seinen mehr als 30 Jahren Führungserfahrung und seinen hervorragenden Beziehungen weltweit passt er ideal zu UBS", sagte Weber in einer Mitteilung. Der Ire muss von den UBS-Aktionären auf der Generalversammlung im April noch gewählt werden. Kelleher hatte 30 Jahre für Morgan Stanley gearbeitet, bevor er 2019 seinen Hut nahm. Während der Finanzkrise war der Investmentbanker Finanzchef des Instituts - und galt zwischenzeitlich auch als Kandidat für die Nachfolge von Konzernchef James Gorman. Zuletzt verantwortete Kelleher unter anderem die Vermögensverwaltung. In Deutschland hatte Deutsche-Bank-Großaktionär Cerberus Kelleher einem Medienbericht zufolge zuletzt als neuen Aufsichtsratschef ins Spiel gebracht. Der Plan sei aber gescheitert, weil Kelleher kein Deutsch spreche und den deutschen Bankenmarkt nicht kenne.

Um den Bezug des Verwaltungsrats zur Politik im Heimatland zu stärken, nominierte die UBS zudem den Schweizer Lukas Gähwiler zur Wahl in das Gremium. Gähwiler ist derzeit Präsident des Verwaltungsrats der Schweizer Tochter des Konzerns. Verwaltungsräte von Schweizer Unternehmen haben mehr Kompetenzen als etwa deutsche Aufsichtsräte und sind unter anderem auch für die Strategie zuständig.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema