Technik Reparieren lohnt sich oft nicht

Die Stiftung Warentest hat den Wert der Reparatur von Elektrogeräten geprüft. Das Ergebnis ist ernüchternd.

Von Valentin Dornis

Wenn die Waschmaschine im Schleudergang plötzlich klackert oder der Staubsauger nur noch ein müdes Jaulen von sich gibt, steht der Besitzer schnell vor der Frage: reparieren oder neu kaufen? Viele Haushaltsgeräte sind schließlich teuer, eine Reparatur scheint auf den ersten Blick Geld zu sparen. Die Stiftung Warentest hat das nun untersucht und sagt: Die günstige Reparatur ist ein Mythos.

Besonders ernüchternd ist das Ergebnis bei den Staubsaugern. Die gehen im Durchschnitt nach acht Jahren das erste Mal kaputt, und schon ein Jahr später zum zweiten Mal. Wer diese Schäden fachmännisch reparieren lässt, gibt am Ende deutlich mehr Geld aus, als wenn er direkt beim ersten Schaden einen neuen Staubsauger kauft. Doch nicht jedes Problem ist gleich dramatisch. Den Filter austauschen oder eine undichte Stelle am Schlauch abkleben kann jeder selbst erledigen. Der Umwelt nützen allerdings weder kleinere noch größere Reparaturen: Am meisten Schaden verursacht der hohe Stromverbrauch. Ein neues, sparsameres Gerät kann also für Umwelt und Geldbeutel besser sein.

Bei den Waschmaschinen sieht es etwas anders aus: Für die Umwelt sind weggeworfene Geräte ziemlich schädlich. Eine Reparatur ist deshalb zumindest ökologisch sinnvoll, auch wenn man gegenüber dem Neukauf nur wenig Geld spart. Ältere Maschinen sind technisch oft etwas einfacher gebaut und leichter zu reparieren, und auch hier gilt: Nicht jedes Problem braucht gleich einen Fachmann.

Am ehesten lohnt sich eine Reparatur bei Kaffeevollautomaten. Die sind oft teuer und verbrauchen bei der Herstellung viele Ressourcen. Eine Reparatur kann daher sowohl finanziell als auch ökologisch sinnvoll sein. Zumal viele Reparaturen nicht sehr aufwendig sind. Ersatzteile gibt es für gängige Modelle oft günstiger bei Drittanbietern. Die Tester versuchten zum Beispiel, eine bestimmte Pumpe zu besorgen - das Modell vom Hersteller sollte 182 Euro kosten, das von einem Online-Anbieter nur 19 Euro.