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Tausende Stellen fallen weg:Kahlschlag bei BASF

Radikale Maßnahmen: Die BASF streicht nach der Übernahme des Schweizer Konkurrenten Ciba fast ein Drittel aller Stellen. 23 Standorte sind bedroht.

Der Chemiekonzern BASF streicht nach der Übernahme des Schweizer Spezialchemie-Unternehmens Ciba rund 3700 Stellen. Der Abbau der Arbeitsplätze sei bis 2013 geplant, der Großteil davon schon bis Ende 2010, teilte der Ludwigshafener Konzern mit. Ciba beschäftigt nach eigenen Angaben bislang 12.500 Menschen.

Jürgen Hambrecht, AP

"Das sind für einige unserer Mitarbeiter keine guten Nachrichten." BASF-Vorstand Jürgen Hambrecht will 3700 Stellen bei der Tochter Ciba abbauen.

(Foto: Foto: AP)

23 Standorte auf dem Prüfstand

Von den 55 bisherigen Ciba-Produktionsstandorten seien 23 auf dem Prüfstand. Für diese Standorte soll bis Anfang 2010 eine Lösung gefunden werden - vom Verkauf bis zur Schließung.

"Leider sind das für einige unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine guten Nachrichten", erklärte der BASF-Vorstandschef Jürgen Hambrecht.

Der Abbau der Arbeitsplätze solle "möglichst sozialverträglich" gestaltet werden, hieß es in der Mitteilung. BASF hofft, durch den Unternehmensumbau ab 2012 400 Millionen Euro pro Jahr einzusparen. Die Kosten für die Restrukturierung bezifferte der Konzern mit insgesamt 550 Millionen Euro.

BASF hatte im vergangenen Jahr den Kauf des Schweizer Unternehmens und eine Restrukturierung angekündigt. Im April 2009 wurde Ciba für 3,8 Milliarden Euro übernommen.

Hohe Rohstoffpreise machten Ciba zu schaffen

Ciba zählte lange zu den Prunkstücken der Schweizer Chemieindustrie, der Firma machten zuletzt aber vor allem die hohen Rohstoffpreise zu schaffen. Mit der Übernahme will BASF seine Spitzenposition in der Spezialitätenchemie mit zusätzlichen Produkten und Leistungen weiter ausbauen.

Viele der weltweit rund 97.000 und in Deutschland knapp 47.000 Beschäftigten des Konzerns sind derzeit von Kurzarbeit betroffen.