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BASF-Chef Hambrecht:"Es wird Schweiß und Tränen geben"

Der Chef des weltgrößten Chemiekonzerns BASF, Jürgen Hambrecht, warnt vor einem schweren wirtschaftlichen Einbruch - und kritisiert die Banken scharf.

Der Chef des Chemiekonzerns BASF, Jürgen Hambrecht, hat vor einem massiven wirtschaftlichen Einbruch in Deutschland gewarnt. "Wir sind in einer tiefen Rezession. In einer Rezession, wie sie wenige vorher je erlebt haben, wie wir sie uns in ihrem Ausmaß bisher kaum vorstellen konnten", sagte der Vorstandsvorsitzende des weltgrößten Chemieherstellers der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung laut Vorabbericht.

BASF-Chef Jürgen Hambrecht kritisiert die zögerliche Kreditvergabe der Banken - und fordert ein Eingreifen der Politik.

(Foto: Foto: AP)

Die Lage sei außerordentlich bedrückend. "Auch wenn es viele Bürger noch nicht wahrhaben wollen. Wir müssen uns auf harte Zeiten vorbereiten. Es wird Schweiß und Tränen geben", fügte der BASF-Vorstandschef hinzu.

Hambrecht kritisierte die Banken wegen ihrer zögerlichen Kreditvergabe und forderte ein Eingreifen der Politik. Wenn Bank-Vorstände wie Josef Ackermann (Deutsche Bank) die weltweite Kreditklemme leugneten, habe er dafür kein Verständnis. "Die Politik muss eingreifen, damit die eingefrorenen Kredite wieder aufgetaut werden."

So gut das staatliche Rettungspaket von rund 500 Milliarden Euro "für die Banken war, so schade finde ich es, dass nicht alle Geldhäuser unter den staatlichen Schirm gezwungen wurden", betonte der Chef des Ludwigshafener Unternehmens. "Jetzt sanieren sich die Banken erst mal selbst, zulasten der Kunden", ergänzte Hambrecht.

"Und wenn sie in ein, zwei Jahren ihre Unterkapitalisierung behoben haben und wieder gute Ergebnisse vorweisen, fragt niemand, wie viele ihrer Kunden auf der Strecke geblieben sind. Das finde ich höchst bedenklich."