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Kommunikation:Mit Freunden sprechen

Informationen von Firmen bekommen Deutsche am liebsten schriftlich. Privat telefonieren die meisten in der Krise lieber.

Von Benedikt Müller-Arnold, Düsseldorf

Die Bestellbestätigung trudelt per E-Mail ein, auch manche Rechnung kommt nicht mehr mit der Post, Verträge druckt man zuhause aus: Die Kommunikation zwischen Privatleuten und Firmen verlagert sich mehr und mehr ins Digitale - und das entspricht auch dem Wunsch vieler Menschen. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine Umfrage im Auftrag der Mailanbieter GMX und Web.de. Für die Studie hat die Beratungsfirma Convios gut 1000 Internetnutzer in Deutschland repräsentativ befragt.

Demnach wollen 71 Prozent der Befragten mit Unternehmen am liebsten per E-Mail kommunizieren, gefolgt vom Telefon mit knapp 39 Prozent. Die Briefpost haben hingegen nur 19 Prozent als Favoriten genannt. Man merkt den Zahlen an: Die Teilnehmer konnten mehrere Kanäle angeben. Dennoch wollen demnach nur wenige Menschen per Messengerdienst oder sozialem Netzwerk mit Firmen korrespondieren.

Unter Freunden und Verwandten scheint jedoch in Zeiten der Corona-Beschränkungen die gesprochene Sprache an Bedeutung zu gewinnen. Das legt etwa eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Civey nahe, diesmal im Auftrag des Immobilienkonzerns Vonovia. Die Forscher haben kürzlich gut 2500 Menschen bundesweit gefragt, welche Kommunikationskanäle die Teilnehmer nun häufiger nutzen, seit im Frühjahr die Corona-Pandemie ausbrach und alle ihre physischen Kontakte reduzieren sollen.

Daraufhin sagten 46 Prozent der Befragten, dass sie mehr telefonieren als vor der Krise. Mithin scheint das Telefon der kommunikative Gewinner der Pandemie zu sein. Jedenfalls gaben deutlich weniger Teilnehmer an, dass sie nun privat mehr chatten oder mailen würden.

Das deckt sich mit dem, was Telekommunikationskonzerne meldeten: Beispielsweise zählte die Deutsche Telekom im März bis zu 76 Prozent mehr Gesprächsminuten über das hiesige Festnetz als im Vorjahresmonat. Auch Vodafone verzeichnete in der Spitze einen Anstieg um 80 Prozent. Doch seitdem die Länder die Kontaktbeschränkungen nach und nach lockerten, habe sich die Nutzung von Monat zu Monat wieder dem Vorjahresniveau genähert, heißt es von beiden Unternehmen.

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