Steuerfahnder Beckhoff im Interview "Bei den Banken war ich schon immer misstrauisch"

Illustration zum Thema Steuerfahnder

(Foto: Stefan Dimitrov)

Steuerfahnder Peter Beckhoff hat dem Fiskus mit dem Kauf von Daten-CDs Milliarden Euro gebracht. Nun geht er in Rente - und spricht erstmals öffentlich.

Interview von Hans Leyendecker und Klaus Ott

Man könnte ihn eine Legende nennen, oder ein Phantom. Legende, weil er als Deutschlands erfolgreichster Steuerfahnder gilt. Phantom, weil es keine Fotos von ihm gibt. Zumindest keine, die öffentlich zu sehen sind.

Peter Beckhoff kann mit solchen Begriffen nichts anfangen. Dazu ist der langjährige Leiter des Finanzamts für Steuerstrafsachen und Steuerfahndung in Wuppertal viel zu uneitel; viel zu zurückhaltend.

Erst jetzt, da der als hartnäckig und unerschrocken bekannte Schwarzgeldjäger in Ruhestand geht, hat er erstmals ein großes Interview gegeben; bei selbstgebackenem Kuchen in seinem schlichten Büro. Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung erzählt der 68-Jährige, was ihn angetrieben hat. Warum er für den Staat immer wieder CDs mit den Daten von vielen tausend Bankkonten im Ausland gekauft hat, auf denen vermögende Deutsche viel Geld vor dem Fiskus versteckten.

"Sonst hätten wir nie gegen die Schweizer Banken vorgehen können", sagt Beckhoff. Die UBS, die Credit Suisse, Julius Bär und andere Institute mussten wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung zusammen etliche hundert Millionen Bußgeld zahlen. Noch ertragreicher waren die Nachzahlungen der ertappten Steuerhinterzieher, inklusive der Selbstanzeigen: insgesamt mehrere Milliarden Euro.

Er habe es schon ganz gerne gehabt, "dass die Summen hoch sind", erzählt Beckhoff. "Das heißt aber nicht, dass ich meine Fahnder angepeitscht habe, hohe Ergebnisse zu bringen." Was ihn angetrieben hat? "Wir hätten auch hier sitzen und warten können, dass Finanzämter uns Fälle melden." Oder dass Bürger den Friseur Heinz Müller verrieten, der ab 6 Uhr nachmittags im Keller schwarz die Haare schneide. Das sei aber nicht das gewesen, was ihn interessiert habe, sagt der Fahnder aus Wuppertal.

Sein erster großer Fall war eine Bank, die er ohne richterlichen Durchsuchungsbeschluss filzte. Danach kam eine Großbank nach der anderen an die Reihe, und schließlich folgte ein Schweizer Haftbefehl gegen ihn. Im SZ-Interview erzählt er, warum ihn dieser Haftbefehl kalt ließ; warum er keine Akte Hoeneß gekauft hätte; welchen Banken er heute noch vertraut und warum er glaubt, dass es bei der Steuerfahndung auch ohne ihn "genauso" weitergeht.

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Steuerhinterziehung "Wir sind nicht durch. Bei Weitem nicht"

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"Wir sind nicht durch. Bei Weitem nicht"

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