Stellenabbau bei der Deutschen Bank:Gemeinsame Plattform

Die Verhandlungen über den Teilinteressensausgleich für die 543 Mitarbeiter laufen bereits. Betroffen sind unter anderem die Abteilungen Finanzen, Risiko, Controlling, Personal, Treasury, Volkswirtschaftliche Analyse und die Rechtsabteilung. 20 Prozent der Stellen sollen in Frankfurt wegfallen, 80 Prozent in der Postbank - das sind über 400 Stellen in Bonn, über 100 Stellen in Frankfurt.

Dieses Mal trifft der Abbau die Zentralen der Deutschen Bank und der Postbank - und nicht die Filialmitarbeiter. Noch Ende vergangenen Jahres hatten Mitarbeiter von Töchter-GmbHs der Postbank in mehreren Warnstreiks die Arbeit niedergelegt, weil sie schlechteren Arbeitsbedingungen gefürchtet hatten. Der Streit wurde beigelegt, die Mitarbeiter konnten attraktivere Bedingungen heraushandeln.

Genau diese Mitarbeiter sind nun erneut von Veränderungen betroffen. Denn mittelfristig sollen alle nachgelagerten Dienstleistungen der verschiedenen Marken (Postbank, Norisbank, Deutsche Bank) auf die gemeinsame Plattform gehoben werden. Unter dem Dach dieser "PBC Banking Service" werden fünf Bereiche stehen: "Payments & Securities" (Wertpapier-Abwicklung), "Loans & Collections" (Kredit- und Beitragsabwicklung), "Account Management" (Kontomanagement), "Call Center" und "Cash, Print & Receipt Logistics".

Gerüchte im Umlauf

Derzeit gibt es noch eine Vielzahl von Töchter-GmbHs, die Aufgaben wie Kontoeröffnungen, Wertpapier- oder Kreditabwicklungen erledigen: Sie alle würden in der neuen Struktur aufgehen. Gerüchte, dass es hier oder da Zusammenlegungen bei den Töchter-GmbHs geben könnte, waren bereits im Umlauf. Dass die neuen Chefs aber so klar durchgreifen, ist überraschend. Zudem werden die IT-Systeme der Bank auf die Plattform "Magellan" zusammengeführt. Das spart nicht nur Sachkosten, sondern ermöglicht auch Stellenabbau in den IT-Abteilungen.

Die Deutsche Bank bestätigt gegenüber der Süddeutschen Zeitung, dass die nachgelagerten Dienstleistungen in einer neuen Einheit gebündelt werden sollen. "Ein Personalabbau über das hinaus, was mit Arbeitnehmervertretern bereits vereinbart wurde, ist derzeit nicht geplant", so ein Sprecher der Bank. Im Zusammenhang mit der Postbank sei man seit eineinhalb Jahren in konstruktiven Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern über die Personalentwicklung in den kommenden Jahren. Es gebe darüber hinaus keine materiell neue Situation, so der Sprecher weiter.

© SZ vom 21.09.2012/fzg
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