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Starbucks expandiert in Deutschland:Dann brühen wir den Kaffee halt anders

In den USA kommt Starbucks mit dem Ausschenken seines Kaffees kaum hinterher. Das Geschäft in Deutschland läuft hingegen schlecht: Hier gibt es nur 150 der weltweit 17.000 Starbucks-Filialen. Das soll sich jetzt ändern - doch erst einmal will Starbucks herausfinden, was dem deutschen Kaffeetrinker überhaupt schmeckt.

Starbucks will wachsen: Die US-Kaffeehauskette plant, die Zahl ihrer deutschen Filialen in den kommenden Jahren zu "verdoppeln oder verdreifachen", sagte ihr Chef Howard Schultz dem Handelsblatt. Er denke zudem darüber nach, die bei Starbucks angebotenen Speisen stärker den örtlichen Bedürfnissen anzupassen: "Man könnte etwa Backwaren von deutschen Bäckereien einkaufen und solche Speisen verkaufen, die die deutschen Kunden erwarten und schätzen."

Die US-Kaffeehauskette Starbucks will die Zahl ihrer deutschen Filialen in den kommenden Jahren "verdoppeln oder verdreifachen".

(Foto: AP)

Starbucks versuche gerade herauszufinden, was der deutsche Kunde möge. Auch in anderen Ländern hat die US-Kette ihr Essensangebot angepasst. In China etwa seien die Speisen nicht so süß - dort gebe es vor allem herzhafte Angebote und kleine Portionen, sagte Schultz.

Starbucks hat weltweit rund 17.000 Filialen - 11.000 allein in den Vereinigten Staaten. In Deutschland hingegen gibt es nur 150 Starbucks-Cafés. Allein in Manhattan brüht Starbucks in mehr Filialen Kaffee als in der ganzen Bundesrepublik.

Deutschland ist kein leichter Markt, die Konkurrenz ist groß. Gerade die Schnellimbiss-Kette McDonald's macht Starbucks zu schaffen seit sie unter ihrer Marke McCafé auch Kaffee und Kuchen verkauft. Jahrelang hatte Starbucks in der Bundesrepublik auf die Kaufhauskette Karstadt als Partner gesetzt - die ging jedoch zwischenzeitlich insolvent.

Die letzten im Bundesanzeiger veröffentlichen Zahlen von Starbucks Coffee Deutschland sind entsprechend schlecht: 20,7 Millionen Euro Verlust machte die Kaffeehauskette demnach im Geschäftsjahr 2008/2009. Insgesamt belaufen sich die Schulden auf 70,1 Millionen Euro.

Dem Mutterkonzern geht es nach der Krise hingegen wieder blendend: Der Umsatz stieg im dritten Geschäftsquartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwölf Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar, der Gewinn verbesserte sich um 34 Prozent auf 279 Millionen Dollar.