bedeckt München 17°

Sparkassen:Und jetzt die Landesbanken

Bundesfinanzminister Scholz begrüßt die Diskussion der Sparkassen über Zusammenschlüsse ihrer Landesbanken. Doch die Sache dürfte ins Leere laufen.

Nach dem Scheitern der Fusion von Commerzbank und Deutscher Bank hat sich Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) nun für Zusammenschlüsse von Landesbanken ausgesprochen. "Ich weiß, dass hierzu bei Ihnen eine Diskussion im Gange ist, und das ist gut so", sagte Scholz am Donnerstag beim Sparkassentag in Hamburg. Die Bundesregierung werde diesen Prozess beobachten und konstruktiv begleiten. Auf Commerzbank und Deutsche Bank hatte Scholz sogar regelrecht Druck ausgeübt, zu fusionieren.

Scholz Fusionswünsche könnten allerdings erneut ins Leere gehen. Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis bekräftigte zwar seinen Plan, ein eigenes Spitzeninstitut für die Sparkassen zu schaffen. Die deutschen Sparkassen wollten eine einzige, durch sie gemeinsam getragene Sparkassen-Zentralbank, sagte er. Wie, wann und mit welchen der fünf großen Landesbanken Schleweis diesen bereits seit Sommer bekannten Plan umsetzen will, ließ er indes weiterhin offen. Die Landesbanken gehören in der Regel sowohl den Sparkassen als auch den Ländern.

In der Landesbankenbranche zweifeln daher viele an den Plänen. Schließlich gab es in den vergangenen zwanzig Jahren bereits unzählige Versuche, die aber allesamt gescheitert sind. Allen voran die einflussreichen Sparkassen in Baden-Württemberg sträuben sich. Sie sind nicht nur dagegen, die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) in eine Zentralbank zu geben; sie stellen sich dem Vernehmen nach auch dagegen, den Fondsdienstleister Deka mit der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) zu vereinen, was viele als Zwischenschritt vorschlagen, weil beide Banken bereits den Sparkassen gehören.

Die Institute in Baden-Württemberg möchten allerdings nicht dabei helfen, einen großen Konkurrenten für ihre LBBW zu schmieden. "Es gab und gibt gute Gründe dafür, in Deutschland drei bis vier größere Landesbanken zu haben", sagte Baden-Württembergs Sparkassenpräsident Peter Schneider der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Außerdem ist es viel schwieriger, einen großen Tanker, der in die falsche Richtung steuert, zu wenden, als mehrere kleinere", sagt Schneider.