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Sony:Was die Playstation 4 Pro kann - und was nicht

Die neue Playstation 4 Pro bietet eine höhere Auflösung.

(Foto: PR)

Sonys neue Spielekonsole ist leistungsfähiger als bisher, und es gibt sie in zwei Varianten. Umsteigen muss aber nicht jeder.

Das Timing war etwas unglücklich: Am selben Abend, an dem Apple medienwirksam das iPhone 7 der Öffentlichkeit vorstellte, hatte auch Sony zu einer Produktpräsentation geladen. Seit Monaten wurde im Internet spekuliert, worum es bei der Veranstaltung gehen könnte: Eine neue Spielkonsole, der Name "Playstation Neo" machte die Runde. Viele Spieler waren verunsichert, ob sie nur drei Jahre nach dem Start der Playstation 4 schon wieder eine neue Konsole kaufen müssten, um die neuesten Spiele zu spielen. Bisherige Konsolengenerationen hatten einen Lebenszyklus von etwa sechs Jahren.

Jetzt hat Sony mit der "Playstation 4 Pro" eine neue Konsole vorgestellt, eine leistungsfähigere Version der bisher erhältlichen Playstation 4 - die gleichzeitig in einer schlankeren, energieeffizienteren Variante auf den Markt kommen soll. Aus einer Konsole werden also zwei. Die Ängste der Spieler sind demnach unbegründet - zumindest erst einmal. Die Vor- und Nachteile der neuen Konsolen im Überblick:

Warum gibt es jetzt zwei Playstation-4-Konsolen?

Die Playstation 4 (PS4) kam zu einer Zeit auf den Markt, als zwar schon fast in jedem Wohnzimmer ein HD-Fernseher stand, Fernseher in 4K-Auflösung aber oft nur auf Elektronikmessen zu finden waren. Inzwischen ist das anders, 4K-Fernseher und -Bildschirme sind zu erschwinglichen Preisen erhältlich, und es gibt eine kleine aber stetig wachsende Zahl von Nutzern, die diese höhere Auflösung auch nutzen wollen. Sei es beim Spielen oder beim Fernsehen. Sie möchte Sony mit der Playstation 4 Pro erreichen. Es gibt aber auch viele Nutzer, die mit HD-Auflösung völlig zufrieden sind und den Unterschied als vernachlässigbar empfinden. Für sie wird die Playstation 4 in der Version ohne "Pro" im Namen günstiger sein.

Was kann die teurere Konsole besser als die günstigere?

Sie ist ein leistungsfähigerer Computer. Prozessor und Grafikeinheit sind stärker, deshalb sollen Spiele darauf besser aussehen: höhere Auflösung, schärfere Kanten und Oberflächen, flüssigere Bewegungen. Außerdem hat Sony angekündigt, bald auch Spiele in sogenanntem HDR anzeigen zu können - entsprechender Bildschirm vorausgesetzt. HDR steht für "High Dynamic Range" und bezeichnet Bilder mit besonders hohem Kontrast und satteren Farben. Diese Funktion soll per Software-Update aber auch für bestehende Playstation-4-Konsolen nachgerüstet werden.

Ist die Playstation 4 Pro das erste Gerät einer neuen Konsolengeneration?

Nein, zumindest erst einmal noch nicht. Sony versichert, dass es keine Spiele geben soll, die nur auf der Pro-Version funktionieren. Alte Spiele können per Software-Update an die leistungsfähigeren Hardware angepasst werden, neue Spiele erhalten zusätzliche Grafikoptionen, die bei der Playstation 4 Pro zugeschaltet werden.

Bei PC-Spielen ist es üblich, dass jeder Spieler ein Spiel so einstellt, dass es auf seinem PC für ihn am besten aussieht. Das wird auch einige Zeit so bleiben. Sony wird die Spielehersteller in die Pflicht nehmen, sich daran zu halten. Schließlich will der Konzern nicht die eigene Marktbasis von derzeit mehr als 40 Millionen verkauften Konsolen splitten. Aber es bleibt abzuwarten, ob sich nicht allmählich doch ein Umstieg einschleicht: Erst über zusätzliche Spielinhalte, die nur auf der PS4 Pro verfügbar sein werden; später dann über Spiele, die auf den schwächeren Konsolen nur noch notdürftig funktionieren; bis hin zu echten Exklusivtiteln der neuen Version. Bis es aber so weit ist, gibt es aber eventuell schon eine Playstation 5 - oder gar keine neue Konsolengeneration im klassischen Sinn mehr.

Was ist mit Playstation VR, der VR-Brille? Brauche ich dafür eine PS4 Pro?

Hier gilt das Gleiche wie bei den Spielen: erst einmal nicht. Sonys bestes Verkaufsargument ist, dass die hauseigene VR-Brille nur 400 Euro kostet und mit jeder einzelnen der bislang mit allen Konsolen funktioniert, während die größten Konkurrenten Oculus Rift und HTC Vive jeweils etwa 800 Euro kosten und einen besonders leistungsfähigen PC erfordern, der erst ab etwa 1000 Euro zu haben ist. Sony wird also sehr daran interessiert sein, die Kompatibilität möglichst lange zu bewahren. Die stärkere Hardware der PS4 Pro wird aber wohl auch VR-Spielen zugutekommen.

Lohnt sich der Kauf der PS4 Pro?

Wer einen 4K-Fernseher besitzt und Wert darauf legt, neue Spiele in bestmöglicher Grafikqualität zu spielen, für den lohnt sich vermutlich der Umstieg von PS4 auf PS4 Pro - günstiger als ein vergleichbarer PC mit VR-Kapazitäten ist das in jedem Fall. Gleiches gilt für jene, die bisher noch keine PS4 hatten und 100 Euro Aufpreis verschmerzen können: Auch wenn ohne 4K-Fernseher die Grafikunterschiede vermutlich kaum wahrnehmbar sein dürften, lohnt sich die Pro-Version für den optischen Audioanschluss, den praktischen, dritten USB-Port und die doppelte Festplattenkapazität.

Wer aber bereits eine reguläre PS4 und nur einen HD-Fernseher besitzt, sollte erst einmal abwarten. Exklusive Spiele, die normalerweise das beste Argument für eine neue Spielkonsole sind, wird es zumindest eine lange Zeit noch nicht geben. Bis dahin ist das gleiche Geld besser in eine Playstation VR investiert, die im Oktober in die Läden kommt.

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