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Solar Millennium:Claassen erhebt schwere Vorwürfe

Solar Millenium soll die Geschäftslage geschönt und Projektideen für Kraftwerke überverkauft haben. Mit diesen Vorwürfen schlägt der ehemalige Vorstandschef Utz Claassen im Streit um eine Millionenabfindung harsche Töne an.

Der ehemalige Vorstandschef von Solar Millennium, Utz Claassen, erhebt schwere Vorwürfe gegen seinen früheren Arbeitgeber.

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Weit entfernt von der in den Medien kommunizierten Markt- und Technologieführerschaft: Utz Claassen wettert gegen die Solar Millennium AG.

(Foto: ddp)

Demnach soll der Kraftwerksentwickler aus Erlangen die Geschäftslage deutlich positiver dargestellt haben als sie in Wirklichkeit war. Bei einer Vorstandssitzung habe er "in Erfahrung bringen müssen, dass das Unternehmen von der in den Medien kommunizierten Markt- und Technologieführerschaft weit entfernt ist und keine Ressourcen hat, diesen Mangel zu beheben", schrieb Claassen laut Süddeutscher Zeitung (Samstagsausgabe).

Laut Claassen soll das auch Teilen des Aufsichtsrats bei seinem Engagement bekannt gewesen sein. Das Blatt zitiert dabei aus Claassens bislang unter Verschluss gehaltenem Kündigungsschreiben an den Aufsichtsrat, das der SZ vorliegt.

Claassen hatte den Vorstandsvorsitz nach nur 74 Tagen aufgegeben. Er und Solar Millennium streiten nun vor Gericht über eine Millionenabfindung. Ein der SZ vorliegender Fünf-Jahres-Plan von Solar Millennium listete im November 2009 exakt 32 Kraftwerksprojekte auf. Claassen ist überzeugt, dass keine konkreten Projekte existierten. Es habe nur Projekt-Ideen gegeben.

Selbst in den USA, einem der wichtigsten Märkte von Solar Millennium, wo die Vorhaben dem Vernehmen nach vergleichsweise am weitesten gediehen seien, könne nach Angaben von Verantwortlichen von Projekten, die als wahrscheinlich und konkret einzustufen seien, nicht die Rede sein, schreibt der Ex-Chef weiter.

Unternehmen und Aufsichtsrat lehnten am Freitag Antworten auf SZ-Fragen ab. Die Vorwürfe seien "über weite Strecken grob verzerrt und in entscheidenden Punkten unwahr", erklärte ein Anwalt von Solar Millennium.

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