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Schwierige Partnersuche in Auburn Hills:Hyundai will Chrysler nicht

Die Gerüchteküche brodelt: Eine mögliche Trennung von DaimlerChrysler treibt die Aktienkurse in die Höhe. Doch die Partnersuche erweist sich als schwierig.

Zahlreiche Spekulationen über die Zukunft der US-Tochter Chrysler den Aktienkurses von DaimlerChrysler am Montag weiter nach oben getrieben. Zum Wochenbeginn stieg die Aktie zeitweilig auf 56,34 Euro und damit um fast vier Prozent.

Die Gerüchte über eine mögliche Trennung von DaimlerChrysler mehren sich.

(Foto: Foto: ddp)

Bereits seit dem vergangenen Mittwoch ist das Papier von DaimlerChrysler jeweils der stärkste Wert im Deutschen Aktienindex (Dax) mit täglichen Steigerungen von bis zu fünf Prozent. Vor der Bilanzvorlage von Konzernchef Dieter Zetsche am Chrysler-Sitz in Auburn Hills dümpelte die Aktie zwischen 48 und 49 Euro.

Bei der ersten Jahrespressekonferenz des Konzerns auf amerikanischem Boden hatte Zetsche erstmals angekündigt, für die Zukunft der Verluste in Milliardenhöhe machenden Tochtergesellschaft Chrysler seien alle Optionen offen. Zuvor hatte er beispielsweise einen Verkauf stets ausgeschlossen.

Suche nach Kooperationspartnern

Gleich nach dem Termin in Auburn Hills hatte laut SZ-Informationen Chrysler mit General Motors Gespräche aufgenommen über eine engere Zusammenarbeit in der Art einer Allianz, wie sie bei Renault und Nissan besteht. Neben General Motors (GM) sind nun auch Hyundai und Nissan als Verhandlungspartner im Gespräch.

Die US-Zeitung Detroit News berichtet unter Berufung auf Insider, GM wolle die Tochter des schwäbischen Autoherstellers komplett in das eigene Geschäft eingliedern. Der Londoner Zeitung The Times zufolge ist GM vor allem an den Marken Jeep und Dodge interessiert. Aber, berichtet die Times weiter, auch der südkoreanische Autobauer Hyundai habe Interesse an Chrysler.

Ein Sprecher sagte dagegen dem Wall Street Journal Europe, Hyundai denke nicht daran, Chrysler zu kaufen. Es ist wirklich noch alles offen, erfuhr die Süddeutsche Zeitung aus Kreisen des deutsch-amerikanischen Industriekonzerns, der die zahlreichen Börsengerüchte offiziell nicht kommentiert.

Wilde Spekulationen

Spekuliert wird auch über einen Einstieg von Investmentfonds bei Chrysler. Die Investmentbank JPMorgan werde noch in dieser Woche Unterlagen an potentielle Käufer versenden und damit ein Bieterverfahren einleiten, heißt es. Als Erlös strebe Daimler umgerechnet 10,4 Milliarden Euro an. Der Prozess könne sich jedoch Monate hinziehen.

Bei einer Fusion des weltweit größten Autoherstellers General Motors mit Chrysler würden aus den "Big Three" der amerikanischen Autoindustrie die "Big Two" mit Ford in Detroit. Im Falle einer Fusion von GM und Chrysler befürchtet der Autoexperte Gerald Meyers von der Universität Michigan: "Es wird ein Blutbad in Detroit und im ganzen Mittleren Westen geben."