Schienenverkehr Deutsche Bahn rechnet 2015 mit hohem Verlust

  • Etwa zwei Milliarden Euro Verlust erwartet die Deutsche Bahn im laufenden Jahr.
  • Grund ist auch eine Umstrukturierung des Konzerns. Im Güterverkehr sind Tausende Jobs in Gefahr.

Die Deutsche Bahn rechnet in diesem Jahr mit einem hohen Verlust. Für den geplanten Konzernumbau erwarte das Unternehmen Sonderbelastungen in Höhe von zwei Milliarden Euro, teilte die Deutsche Bahn mit. 700 Millionen Euro soll der Umbau des Konzerns kosten. 1,3 Milliarden Euro machen Sonderabschreibungen im Schienengüterverkehr aus. Hier muss die Bahn also Unternehmensteile in ihrem Wert nach unten korrigieren.

Am Mittwoch hatte der Aufsichtsrat der Bahn das Konzept zum Konzernumbau gebilligt. Teil des Vorhabens von Bahn-Chef Rüdiger Grube: Die Bahn soll im Fernverkehr pünktlicher werden, um sich gegen die zunehmende Konkurrenz durch Busse behaupten zu können. Grube war 2009 mit dem Versprechen angetreten, sich vor allem um das "Brot-und-Butter-Geschäft" der Bahn zu kümmern, sprich, den Schienenverkehr in Deutschland.

Derzeit kommt etwa jeder dritte Fernzug verspätet ans Ziel. Bereits 2016 sollen im Fernverkehr im Durchschnitt vier von fünf Zügen pünktlich fahren (80 Prozent). Digitale Technik und mobile Einsatzteams sollen die Zahl technischer Störungen an Fahrzeugen und Infrastruktur deutlich reduzieren.

Tausende Jobs im Güterverkehr in Gefahr

Bei der geplanten Sanierung des Bahn-Güterverkehrs sind nach Angaben des Unternehmens bis zu 2600 Arbeitsplätze in Gefahr. Die vorgesehenen strukturellen Anpassungen könnten "bedeuten, dass bis zu 2600 Stellen im Mittelfristzeitraum gefährdet sind", sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber. Die Bahn befinde sich bereits seit einigen Wochen in intensiven Gesprächen mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft und der Lokführergewerkschaft.

Infrastruktur-Vorstand Volker Kefer sagte, Auswirkungen auf Arbeitsplätze seien im Bereich Güterverkehr nicht zu vermeiden. Die Bahn werde sich jedoch bemühen, "das Thema sozialverträglich unter Nutzung unseres konzernweiten Arbeitsmarktes und im Rahmen der demografischen Entwicklungen zu lösen". Ziel sei es, in einigen Jahren "deutlich mehr Güter zu fahren als heute", sagte der Bahn-Vorstand für Verkehr und Transport, Berthold Huber.