Luftfahrt Ryanair-Piloten streiken am Freitag

  • Die deutschen Ryanair-Piloten wollen von Freitag- bis Samstagmorgen für 24 Stunden ihre Arbeit niederlegen.
  • 250 Flüge von und nach Deutschland werden wohl ausfallen, Kunden sollen aber kostenfrei umbuchen oder ihr Geld zurückbekommen können.

Die deutschen Ryanair-Piloten machen mit ihrer Streikdrohung ernst: Sie wollen am Freitag für 24 Stunden ihre Arbeit niederlegen. Das teilte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Mittwoch mit. Demnach sind alle Verbindungen des Billigfliegers betroffen, die zwischen Freitagfrüh um 03:01 Uhr und Samstagfrüh um 02:59 Uhr aus Deutschland abfliegen.

Gleichzeitig streiken am Freitag auch die Ryanair-Piloten in Belgien, Irland und Schweden. Die deutschen Mitarbeiter haben sich ihren Kollegen angeschlossen. Ryanair zufolge fallen an diesem Tag 250 geplante Flügen von und nach Deutschland aus. Kunden sollen jedoch kostenlos umbuchen oder ihr Geld zurückbekommen könne, so die Airline.

Ryanair-Bezahlung gilt im Branchenvergleich als unterdurchschnittlich

Europas größte Billigfluglinie befindet sich seit Monaten in einem Konflikt mit ihren Arbeitnehmern. Es ist eine Auseinandersetzung, die kompliziert werden könnte, da es letztlich eine doppelte ist: eine mit den Piloten und eine mit den Flugbegleitern. Sie beschränkt sich zudem keineswegs auf Deutschland, sondern erstreckt sich auf mehrere Länder, in denen Ryanair Flugzeuge und Personal stationiert hat.

Die Piloten wollen vor allem höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen durchsetzen. Ihre Bezahlung gilt im Branchenvergleich als unterdurchschnittlich - was Ryanair allerdings bestreitet. Zudem steht die Fluggesellschaft wegen ihrer Arbeitsbedingungen in der Kritik: Viele Piloten sind nicht fest angestellt, sondern sitzen als Selbständige im Cockpit. In Deutschland lief bereits ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Scheinselbständigkeit. Die Unzufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen lässt sich auch an einer vergleichsweise hohen Fluktuation im Cockpit ablesen. Wie aus dem Geschäftsbericht des Unternehmens für 2017 hervorgeht, bleiben Piloten im Schnitt nur vier Jahre bei Ryanair.

Darüber hinaus drohen Ryanair auch bei den Flugbegleitern Streiks, allerdings wohl noch nicht in dieser Woche. Die Unabhängige Flugbegleiter-Organisation (UFO), in der ein Teil der Flugbegleiter organisiert ist, will ihre Forderungen am Freitag bekannt geben. Die Gewerkschaft Verdi, die in Deutschland ebenfalls für die Flugbegleiter verhandelt, hat erst in der kommenden Woche einen Termin mit der Fluggesellschaft.

Die Ryanair-Führung reagiert nach wie vor harsch auf die Wünsche ihrer Angestellten. Die Forderungen der Piloten nannte Firmen-Chef Michael O'Leary schon zu Jahresbeginn "lächerlich". Erst seit wenigen Monaten erkennt er Arbeitnehmervertretungen überhaupt an. Nun spricht er zwar davon, sich mit "diesen Gewerkschaften" zu einigen, lässt aber zugleich seine Manager die Verlegung von Flugzeugen und Jobs aus Irland nach Polen ankündigen - eben wegen der Streiks.

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