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Rohöl:Nachfrage nach Öl dürfte einbrechen

Der weltweite Verbrauch könnte auf das Niveau von 1995 sinken. In diesem Jahr dürfte der Bedarf um 9,3 Millionen Barrel pro Tag einbrechen. Branchenexperten erwarten sogar einen Rückgang in Rekordhöhe.

Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet wegen der Folgen der Corona-Krise mit einem beispiellosen Rückgang der Rohöl-Nachfrage. Im laufenden Jahr dürfte der Bedarf demnach um 9,3 Millionen Barrel pro Tag einbrechen, heißt es im Monatsbericht des Interessenverbands von Industriestaaten. Darin ist von einem Rekord-Rückgang die Rede. Mit den Corona-Maßnahmen vieler Staaten weltweit sei die Mobilität fast zum Erliegen gekommen. Vor allem im April dürfte die Nachfrage demnach von der Corona-Krise hart getroffen werden. Die IEA-Experten gehen davon aus, dass sie dann durchschnittlich um 29 Millionen Barrel pro Tag niedriger sein werde als im April 2019. Damit erwarten die Fachleute einen Einbruch um nahezu ein Drittel des weltweiten Verbrauchs, der damit wieder auf dem Niveau von 1995 liegen würde. Auch im zweiten Quartal dürfte der Bedarf drastisch unter dem des Vorjahreszeitraums liegen. Erst in der zweiten Jahreshälfte sei mit einer "graduellen Erholung" der Nachfrage zu rechnen, hieß es. Im Dezember dürfte sie aber immer noch um 2,7 Millionen Barrel pro Tag niedriger sein als ein Jahr zuvor.

In den kommenden Monaten sei aber auch mit einem starken Rückgang des Angebots an Rohöl auf dem Weltmarkt zu rechnen. Führende Ölstaaten hatten eine Senkung der Produktion um täglich 9,7 Millionen Barrel für die Monate Mai und Juni beschlossen. Nach Einschätzung der IEA ist auch mit einer Förderkürzung von Ländern außerhalb der Opec zu rechnen, vor allem in den USA und Kanada. Insgesamt dürfte das Angebot damit um zwölf Millionen Barrel pro Tag schrumpfen.

© SZ vom 16.04.2020 / dpa

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