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Publizist:Henryk M. Broder: "Ich bin eine Mediennutte"

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Henryk M. Broder (Archivbild)

(Foto: picture alliance / dpa)

Henryk M. Broder kann austeilen, nimmt sich selbst aber nicht aus. Er habe ein "infantil-hysterisches Verhältnis zum Geld", gesteht er - und dass er auch mal mehrere Campari Soda auf ex trinkt.

Henryk M. Broder, Autor und Universalkritiker mit Hang zur großen Provokation, bittet zum Interview. Man könnte ihn leicht übersehen, er trägt ein schwarzes Hemd, hockt gleichsam in sich zusammengesunken auf seinem Stuhl. Broder gehört zu den Chef-Provokateuren der deutschen Medienlandschaft, er gilt als "Dieter Bohlen des Feuilletons" oder einfach nur als "wütender weißer alter Mann". Die Deutschen seien "ein geduldiges, opferbereites, teilweise sogar blödes Volk" ist so ein typischer Satz von Broder. In der Flüchtlingskrise fordert er ein Ende des Machbarkeitswahns und unterstellt der Kanzlerin Untreue im Amt. Manchmal aber äußert sich der Sohn jüdischer KZ-Überlender auch einfach nur zum Welthundetag.

Zum Interview mit der SZ gibt sich Broder freundlich, geradezu aufgeräumt und entspannt: "Ich lege gerade die längste Beichte meines Lebens ab" sagt er, als das Telefon klingelt. Sich selbst attestiert er eine "infantil-hysterische Beziehung zum Geld", dessen Verwaltung er an seine Frau ausgelagert hat; sogar die Pleite der Kölner Herstatt-Bank in den 70er Jahren hat bei ihm Spuren hinterlassen - seine Eltern waren damals so verunsichert, dass sie ihr Geld ahoben, durchzählten und wieder einzahlten, berichtet er.

In Talkshows geht er deshalb nur, wenn es sich rentiert: "Das ist Schmerzensgeld. Mich nervt die Besserwisserei der Leute, deren totale Ironiefreiheit. Ich gehe nur hin, wenn ich ein Buch promoten kann, da bin ich eine Mediennutte", sagt er. Zwei Campari Soda auf ex habe er vor der letzten Talkshow getrunken, "damit ich die Zähne auseinander kriege". Warum er einen Hang zu Kitsch hat und was ihn an Geldautomaten ängstigt, lesen Sie im kompletten Interview mit SZ Plus.

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