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Prozess um Hypo Alpe Adria:Ex-Manager sollen für Milliardengrab bei BayernLB zahlen

Im Prozess um die verlustreiche Übernahme der Hypo Alpe Adria schlagen die Richter eine gütliche Einigung vor. Ehemalige Manager der BayernLB könnten demnach mit bis zu 25 Millionen Euro für die damaligen Fehler haften.

Zum Auftakt des Schadenersatzprozesses gegen acht ehemalige Vorstände der BayernLB vor dem Landgericht München haben die Richter den ehemaligen Top-Managern eine gütliche Einigung mit der Bank empfohlen.

Die BayernLB wirft ihrem früheren Chef Werner Schmidt und den sieben weiteren ehemaligen Top-Managern in dem Zivilprozess Pflichtverletzungen bei dem Kauf der österreichischen Bank Hypo Alpe Adria vor und fordert 200 Millionen Euro Schadenersatz.

Das Gericht kann sich eine Haftung zweier ehemaliger BayernLB-Vorstände für das Hypo-Alpe-Adria-Desaster vorstellen, sagte die zuständige Richterin Isabel Liesegang. Anprüche in Höhe von insgesamt 25 Millionen Euro könnten Ex-Chef Werner Schmidt und Ex-Risikovorstand Gerhard Gribkowsky treffen.

Eine Einigung könne daher für die Beschuldigten vorteilhaft sein, so das Gericht, schließlich sei der Inhalt dieser Gespräche nicht öffentlich. Die Anwälte der ehemaligen Vorstände gingen aber zunächst nicht auf den Vorschlag ein.

Michael Kemmer, ebenfalls ein früherer BayernLB-Chef, könnte einer Haftung entgehen. Die BayernLB hatte ihm im Aufhebungsvertrag weitgehend zugesichert, ihn nicht in Anspruch zu nehmen.

Die früheren Vorstände hatten die Übernahme der Hypo Alpe Adria im Jahr 2007 beschlossen, obwohl damals schon öffentlich bekannt war, dass die Bank Probleme hatte. Nach Milliardenverlusten gab die BayernLB die Hypo Alpe Adria im Jahr 2009 an Österreich zurück, wo sie notverstaatlicht wurde. Den Freistaat Bayern hat das Debakel mehr als 3,7 Milliarden Euro gekostet. Die BayernLB wäre unter den Belastungen fast zusammengebrochen und musste mit Milliardenhilfen gestützt werden.

© Süddeutsche.de/dpa/sana/bbr

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