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Postbank:Scheu vor Auftritt im Gericht

Im Prozess um die Übernahme der Postbank vor dem Oberlandesgericht (OLG) Köln berufen sich weitere prominente Zeugen auf ihr Zeugnisverweigerungsrecht. Ein Sprecher des OLG Köln bestätigte SZ-Informationen, wonach der ehemalige Postbank-Chef Frank Strauß sowie Marc Oliver Heß, früher Finanzchef der Postbank, nicht aussagen wollen. Wann über deren Anträge entschieden werde, könne man aber noch nicht sagen. Seit Jahren prozessieren verärgerte Anleger, weil die Deutsche Bank ihrer Ansicht nach 2008 ein zu niedriges Übernahmeangebot für die Postbank abgegeben hat. Sie argumentieren, die Deutsche Bank hätte die Kontrolle über die Postbank mithilfe geheimer Absprachen bereits im Herbst 2008 erlangt und nicht erst im Jahr 2010.

Nach einer zweijährigen Verhandlungspause war der Gerichtsstreit vergangene Woche fortgesetzt worden. An diesem Mittwoch soll Postchef Frank Appel als Zeuge aussagen. Der frühere Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sowie Rainer Neske, damals Privatkundenvorstand der Deutschen Bank, berufen sich hingegen ebenfalls auf ihr Zeugnisverweigerungsrecht. Die Anwälte der klagenden Aktionäre interpretieren dies als Schuldeingeständnis. Die Anwälte der geladenen Zeugen hingegen sagen, diese könnten sich in Gefahr bringen, wegen einer Straftat oder Ordnungswidrigkeit verfolgt zu werden.