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Plan zur Kreditversorgung:Institute in der Klemme

Regierungsplan gegen die Kreditklemme: Der Bund übernimmt, was die Banken derzeit nicht leisten können - doch das Vorhaben birgt Risiken für den Steuerzahler.

Die Geldhäuser machen es sich einfach. Sie tun so, als sei alles normal. Sie kämen, behaupten die Kreditinstitute, ihrer Aufgabe nach, die Wirtschaft mit Geld zu versorgen.

Frankfurt am Main, Foto: ddp

Die Banken geben keine leichtfertigen Kredite mehr - sondern schauen auf die Risiken.

(Foto: Foto: ddp)

Tatsächlich ist die Kreditversorgung ins Stottern geraten. Vor allem große Mittelständler haben es in der Krise schwer, bei ihren Hausbanken Kredite für ihre Investitionen zu bekommen. Es ist deshalb richtig, dass der Staat jetzt eingreift, auch wenn dies reichlich spät geschieht.

Die Banken knausern derzeit nicht, sie handeln rational. Statt wie in der Vergangenheit leichtfertig viel zu viele Kredite zu billig auszureichen, schauen sie stärker auf die Risiken. Und da sich die Geschäftsaussichten vieler Kunden verschlechtert haben, sinkt die Bonität dieser Unternehmen und damit die Bereitschaft der Kreditinstitute, ihnen Kapital vorzustrecken. Hinzu kommt, dass die Banken umso mehr Geld zurücklegen müssen, je schlechter ein Schuldner ist.

Außerdem ist es für die Banken oft lukrativer, das von der Zentralbank geborgte Geld selbst anzulegen als es auszuleihen. Diese Situation dürfte sich im Herbst verschlimmern: Wegen der Rezession werden viele Unternehmen ihre Schulden nicht mehr bezahlen können und pleitegehen. Wenn die Banken dann noch vorsichtiger bei der Kreditvergabe werden, droht die Gefahr, dass ein möglicher Mini-Aufschwung abgewürgt wird.

Die Bundesregierung will nun über die staatseigene KfW-Bank den Banken mehr Geld pumpen, welches diese an die Firmen weiterverleihen sollen. Dies kann im Kampf gegen die Kreditklemme helfen. Das Risiko liegt dann allerdings überwiegend beim Staat und nicht bei den Banken. Fallen die Kredite aus, ist das Geld der Steuerzahler verloren.

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