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Ernährung:Wie Pepsico die Landwirtschaft grüner machen will

Junge Frau isst Kartoffelchips

Kartoffelchips müssen knusprig und würzig sein. Hersteller haben, wie Pepsico für seine Marke Lay's, ihre eigenen Vertragsbauern.

(Foto: Gero Breloer/dpa)

Der Lebensmittelkonzern will bis 2030 nur noch Rohstoffe aus nachhaltigem Anbau beziehen.

Von Silvia Liebrich

Kartoffelchips zählen zum Lieblingssnack der Deutschen. Knusprig und würzig müssen sie sein, und das immer in der gleichen, gewohnten Qualität. Auch der US-Konzern Pepsico, eher bekannt für überzuckerte Brausegetränke, mischt mit seiner Marke Lay's Chips in diesem Geschäft mit. Dass der Nachschub nicht versiegt, dafür sorgen allein in Deutschland gut 80 Vertragsbauern, die nach Angaben des Konzerns jährlich 74 000 Tonnen Kartoffeln anliefern.

Was da auf den Feldern wächst, wird von Pepsico streng kontrolliert, nur die wenigsten Kartoffelsorten taugen für die Chips-Herstellung. Schließlich kommt es nicht nur auf die Größe, sondern auch den richtigen Stärkegehalt und anderes an. Hinzu kommt, dass ein wachsender Teil der Verbraucher darauf achtet, woher die Rohstoffe stammen und wie es um Umwelt- und Klimaschutz, also das Thema Nachhaltigkeit bestellt ist. Der Lebensmittelriese hat deshalb nun ein Versprechen abgegeben, an dem er sich künftig kritisch messen lassen muss. Bis spätestens 2030 sollen alle wichtigen Zutaten aus regenerativem Anbau stammen, kündigte das Unternehmen vor Kurzem an und sorgte damit auch an der Börse für Aufsehen. Genauer gesagt geht es um wichtige Rohstoffe wie Zucker, Kartoffeln, Hafer, Mais, Zitrusfrüchte, Milchprodukte und Ölpflanzen. Das klingt gut, doch was steckt tatsächlich dahinter?

In Europa arbeiten 2300 Landwirte für den Konzern

Gemeint ist damit nicht etwa, dass alle Rohstoffe künftig nach dem Ökostandard angebaut werden sollen. Stattdessen hat der Konzern einen Katalog mit mehr als 130 einzelnen Anforderungen entwickelt, an den sich seine Vertragspartner weltweit halten sollen. Ziel sei es, Böden, Umwelt, Klima und Artenvielfalt zu schützen, auch soziale Faktoren wie faire Löhne und sichere Arbeitsbedingungen stünden auf der Liste, wie David Wilkinson erklärt, der in der Europa-Zentrale des Konzerns für das Thema Landwirtschaft zuständig ist.

Weltweit will Pepsico damit die Lebensbedingungen von mehr als 250 000 Menschen verbessern, die in der landwirtschaftlichen Produktionskette arbeiten. Der Rohstoffbedarf des Konzerns ist enorm, und das wirkt sich aus: Die strengeren Anbaumethoden gelten für eine Gesamtfläche von sieben Millionen Hektar, was gut 50 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in Deutschland entspricht.

Um ihren Nachschub zu sichern, schließen große Lebensmittelkonzerne oft langfristige Verträge mit Lieferanten. Auch bei Pepsico sei das schon lange üblich, sagt Wilkinson. "Wir haben klare Verträge mit unseren Farmern. Unsere Hauptrohstoffe kaufen wir nicht am Weltmarkt ein." Allein in Europa arbeiten nach Angaben des Pepsico-Managers 2300 Landwirte für den Konzern, weltweit sind es mehr als 40 000. "Wir sind stolz auf unsere langjährigen Partnerschaften mit unseren Farmern, einige von ihnen bestehen bereits seit drei Generationen."

Klar ist auch: Umweltschützer und Menschenrechtler werden bei Pepsico besonders gründlich hinschauen, ob das Versprechen einer besseren, umweltfreundlicheren Landwirtschaft tatsächlich auch eingehalten wird.

© SZ/kö
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