Pannen beim Facebook-Börsengang Citigroup attackiert Technologiebörse Nasdaq

Die US-Großbank Citigroup ist sauer. Beim Facebook-Börsengang habe die Nasdaq gob fahrlässig gehandelt, klagt die Bank. Viele Order waren ins Leere gelaufen. Jetzt geht es um höhere Entschädigungen.

17 Seiten lang ist der Brief, den die US-Großbank Citigroup an die amerikanische Börsenaufsicht SEC verschickt hat. Der Inhalt: schwere Vorwürfe an die Technologiebörse Nasdaq wegen des verpatzten Facebook-Börsengangs im Mai.

Zahlreiche Inverstoren hatten damals hohe Millionensummen verloren - auch die Citigroup soll nach Insiderangaben etwa 20 Millionen in den Sand gesetzt. Die Schweizer Großbank UBS macht die Technologiebörse sogar für einen Verlust von 350 Millionen Dollar verantwortlich.

Die Nasdaq hatte bereits kurz nach dem missglückten Handelsstart angekündigt, die Investoren entschädigen zu wollen. Zunächst war von insgesamt 40 Millionen US-Dollar die Rede, nach Protesten wütender Investoren stockte die Börse ihren Entschädigungsfonds auf 62 Millionen auf.

Das ist nach Meinung der Citigroup völlig unzureichend. Damit würde "höchstens ein Bruchteil der tatsächlichen Verluste" ausgeglichen, heißt es in dem Brief an die Börsenaufsicht, aus dem die New York Times zitiert. "Die Nasdaq war bei der Handhabung des Facebook-Börsengangs grob fahrlässig, und deshalb sollte die Citigroup alle ihre Verluste ausgeglichen bekommen", heißt es in dem Schreiben weiter.

Die Großbank beschuldigt die Börse, ihre technischen Systeme nicht ausreichend geprüft zu haben. Tatsächlich waren die Händler beim Handelsstart stundenlang im Unklaren über den Status ihrer Aufträge geblieben. Nach Meinung der Citigroup lag das aber nicht primär an einer technischen Panne, sondern an "voreiligen, am eigenen Vorteil orientierten und riskanten Geschäftspraktiken" der Nasdaq.

US-Handelskommission genehmigt Instagram-Übernahme

Der Startpreis der Facebbok-Aktie lag im Mai bei 38 Dollar. Mittlerweile ist der Kurs des Papiers auf weniger als 20 Dollar abgerutscht. Investoren, die damals eingestigen sind, haben beinahe die Hälfte ihrer Einlagen verloren.

Unterdessen hat die US-Handelskommission FTC die Übernahme des Fotodienstes Instagram durch Facebook genehmigt. Die Behörde hat ihre Untersuchungen zu möglichen kartellrechtlichen Fragen abgeschlossen. Einwände gegen das Geschäft gebe es nicht, teilte die FTC mit.

Instagram, das von Millionen Smartphone-Besitzern genutzt wird, ist eine App, mit der per Filter Fotos in Retro- oder Polaroid-Optik erzeugt und mit Kommentaren und Ortsmarken versehen über das Web verbreiten werden können - bei Instagram selbst, aber auch auf Facebook und Twitter. Facebook hatte im April bekanntgegeben, den Fotodienst für eine Milliarde Dollar übernommen zu wollen. Der Kaufpreis sollte dabei zum Teil in bar und zum Teil in Facebook-Aktien beglichen werden - diese sind freilich inzwischen deutlich weniger wert.