Ostdeutschland Wohnungen ohne Bewohner

Fast jedes 20. Wohngebäude in Deutschland steht leer. Dies geht aus einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Demnach sind 1,94 Millionen Wohnungen oder 4,7 Prozent ohne Bewohner, Tendenz steigend. Besonders groß ist das Problem in Ostdeutschland: In 40 von 77 ostdeutschen Kreisen stehen mindestens zehn Prozent aller Wohnungen leer. Spitzenreiter ist Dessau-Roßlau mit einem Anteil von 17,2 Prozent. Die Stadt hat seit der Wiedervereinigung erheblich an Einwohnern verloren. "Gerade Ostdeutschland leidet bis heute spürbar an den starken Abwanderungen und der falschen Subventionspolitik in den 1990er-Jahren", heißt es in der Untersuchung, die auf Daten des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung beruht. Im Westen weisen nur vier der 324 Kreise einen Leerstand von mehr als zehn Prozent auf (Cochem-Zell, Landkreis Hof, Pirmasens, Wunsiedel). Um Leerstand zu vermeiden, empfehlen die IW-Experten, mit Grund und Boden sparsam umzugehen und in Gegenden mit geringem Bedarf an neuem Wohnraum nicht zu viel zu bauen. Hier müsse der Grundsatz "Umbau vor Neubau" gelten.